Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

SZÁZADOK, 1934. T—-x. 29 in der ganzen Literatur des von ihm behandelten Fragenkom­plexes beinahe beispiellos. Sein Buch ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch als Kunstwerk hervorragend. In Einzelheiten wird es wohl das Objekt harter und vielleicht auch berechtigter Kritiken sein, — ebenso wie die „Soziallehren" Troeltsch's im Laufe der letzten 20 Jahre, — im ganzen wird es aber, ebenso wie letzteres, der weiteren Forschung lange Wegweiser sein. Hajnal, Stephan über Gross, Lothar : Die Geschichte der deutschen Reichshofkanzlei von 1559—1806. (S. 457.) — Das Buch gehört einer neuen historischen Hilfswissenschaft, der Akten­kunde an, die im wesentlichen eine umgestaltete Form der Urkun­denlehre darstellt und deren Objekt das neuzeitliche Akten­material ist. G. ist ein bewährter Fachmann auf diesem Gebiete. Sein Buch ist unglaublich reich an minuziösen Einzelbeobach­tungen, die mit einem grossen fachmännischen Wissen und einer bewussten Methodik verwertet werden. Er schaltet die ausser­halb seines Aufgabenkreises stehenden, zusammenfassenden Gesichtspunkte gänzlich aus. An exakten Ergebnissen ist die Arbeit so reich, dass man bei ihrer Lektüre das Gefühl hat, die Entwicklung der Bürokratie, aber auch die des europäischen Staatswesens und der Gesellschaft wäre nun kein unbegreiflicher Prozess mehr, der nur mit Hilfe eines mehr oder minder ans Mystische grenzenden Rekonstruktionsversuches verstanden werden kann. Ungar, Ladislaus über Lefebvre, George — Guyot, Raymund — Sagnac, Philippe : La révolution française. (S. 401.) — L. schil­dert die Lage der Kontinente, Regierungen und Völker am Vor­abend der Revolution, den Zusammenbruch des ancien régime, das Zustandekommen der Koalition und ihre Kämpfe mit dem revolutionären Frankreich bis 1795. Er neigt zu einem platten histo­rischen Materialismus und lässt sich infolgedessen manche grobe Übertreibungen und Einseitigkeiten zuschulden kommen. — Die Geschichte des Direktoriums bearbeitete G. mit einem viel feineren Geschichtssinn ; besonders die klare Darstellung der aussen­politischen Bestrebungen dieser Jahre muss als musterhaft hervorgehoben werden. -— S. untersucht das Verhältnis der Revolution zur Kultur. Er macht verzweifelte Anstrengungen um den Vorwurf zurückzuweisen, dass die Republik keine kultur­politische Konzeption gehabt hätte. Die wissenschaftlichen, lite­rarischen und künstlerischen Schöpfungen dieser Zeit versucht er als Produkte der Revolution hinzustellen, obzwar sie organisch mit dieser nichts zu tun hatten, sondern die Früchte der geistigen Bewegungen des 18. Jahrhunderts waren.

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