Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. Fachliteratur dieser Periode -— in erster Reihe den Fragen des Theaterbetriebes, der materiellen Seite des Theaters zu. Am Anfang dieses Jahrhunderts nahm das Interesse für die Theatergeschichte ab und die ungarische Fachliteratur blieb hinter der westeuro­päischen zurück. Ein grosser Teil der in der neuesten Zeit erschie­nenen theatergeschichtlichen Werke befasste sich mit den deutsch­sprachigen Bühnen Ungarns, was ein Zeichen dafür ist, dass das Deutschtum sich des kulturhistorischen Wertes des Theaters völlig bewusst ist. Die zu dieser Kategorie gehörenden Bearbei­tungen sind sehr gründlich und zuverlässig, da sie aber ohne Auslese zu viel Material mitteilen, auch grösstenteils trocken. Von den zusammenfassenden, einen grösseren Problemkreis behandelnden Arbeiten ist das Buch Jolantha Pukánszky-Kádárs über das deutsche Theater in Ungarn hervorzuheben. Das Werk ist meisterhaft ; sein einziger Fehler ist, dass es den Einfluss des deutschen Theaters auf das ungarische überschätzt. Die Autoren der Arbeiten, die sich mit der Geschichte des ungarischen Theaters befassen, sind im allgemeinen nicht genügend in der Aesthetik bewandert und haben auch zu wenig Interesse für die ausländische Fachliteratur, für sozialgeschichtliche Fragen und für die nationale Bedeutung der Schauspielkunst. Hervorzuheben ist nur das Buch Anton Némeths („Die Tragödie des Menschen auf der Bühne), das besonders über die Geschichte der Regie sehr viel wertvolles bringt. — Eine wichtige Aufgabe der ungarischen Theater­geschichtsschreibung wäre, die Entwicklung der Schulbühne in der Zeit vor der Aufklärung gründlich zu erforschen ; den Spuren des mittelalterlichen und des Renaissance-Dramas nach­zugehen, ist vielleicht die ethnographische Forschung in erster Reihe berufen. Gesichtspunkte zur Erforschung <les Ursprungs des ungarischen Calvinismus. Von EMMERICH RÉVÉSZ. Ein bedeutender Teil eben des rassenreinsten Umgartums bekannte sich nach der Reformation zum Calvinismus und hält auch heute noch hieran fest. Wie dieser Vorgang sich abspielte, ist noch nicht genügend klargelegt worden. Neuerdings hat Nikolaus Asztalos die Theorie aufgestellt, dass der ungarische Calvinismus nicht vom Wittenberger Cryptocalvinismus abstammt, wie man das früher annahm, sondern nur durch diesen befestigt wurde, und dass ferner an dieser Befestigung neben dem Einfluss Melanch­thons besonders der Umstand von grosser Bedeutung war, dass diejenigen Ungarn, die mit der Reformation einen Kontakt hatten, die deutsche Sprache im allgemeinen nicht beherrschten. Beide Thesen bedürfen einer Korrektur. Der reformierte Glaube war im Ungarn des 16. Jahrhunderts noch kein Calvinismus. Calvins Einfluss darauf war in theologischer Hinsicht noch nicht ent­scheidend, in bezug auf die Kirchenverfassung, die Disziplin und

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