Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. die Liturgie kam er sogar überhaupt nicht zur Geltung. Der Wittenberger Cryptocalvinismus bestand aber im wesentlichen in einer gewissen Zuneigung zu tier Calvinschen Lehre vom Abendmahl ; mit der für Calvin viel charakteristischeren Lehre von der Prädestination haben weder Melanchthon noch andere zeitgenössische Wittenberger Theologen sympathisiert. Dagegen waren die ersten grossen theologischen Lehrer der ungarischen Reformierten, Stephan Szegedi-Kiss und Peter Meliusz, unbe­dingte Anhänger dieser Lehre. Von Melanchthon haben sie nur eine mehr formelle Schulung erhalten, — der Inhalt ihrer Lehren geht auf die deutsch-schweizerischen Theologen zurück. Calvin kannten sie nur wenig. Ihr Reformiertentum war eklektisch und Wittenberg spielte darin nur eine untergeordnete Rolle. Was die 2. These Asztalos' betrifft, so können wir die Unkenntnis der deutschen Sprache keinesfalls als eine ausreichende Erklärung dafür ansehen, dass die ungarischen protestantischen Theologen sich mehr nach der Schweiz als nach Wittenberg wandten. Alle bedeutenderen Schriften Luthers und seiner Anhänger sind ja auch in lateinischer Sprache erschienen. Obzwar der Lutherismus hauptsächlich bei den Völkern germanischer Rasse verbreitet war und ist, so kann eine ernste Geschichtsschreibung die Gründe hierfür keinesfalls allein in den Faktoren der Rasse und der Sprache suchen. Im Ungarn der Reformationszeit lebte die deutschsprachige Bevölkerung in starken, alten, privilegierten politischen und kirchlichen Organisationen, — deshalb konnte sie sich einheitlich zur Augsburger Konfession bekennen. In dieser ihrer Stellung­nahme wurde sie selbstverständlich durch ihre kulturellen Bezie­hungen und ihre Rassenverwandtschaft mit dem überwiegend lutherisch gewordenen Volke des deutschen Reiches bestärkt. Um das Ungartum, bei dem diese Faktoren wegfielen, wetteiferteil alle Richtungen der Reformation frei miteinander. Der Sieger blieb schliesslich die schweizerische („helvetische") Reformation und zwar nicht deshalb, weil diese Richtung nicht „deutsch" gewesen wäre und so unter den Ungarn mehr Sympathien gefunden hätte, sondern nur, weil sie die kräftigste Propaganda entfaltete, weil sie für die radikalsten Reformen eintrat, weil die meisten grossen Grundherrn und einige angesehene Städte eben der rein ungarischen Gebiete sich ihr anschlössen und schliesslich weil sie sich im siebenbürgischen Fürstentum einen überwiegenden politischen Einfluss errang. Dieses schweizerische, helvetische Reformiertentum der Ungarn war aber im Laufe des ganzen 16. Jahrhunderts noch kein Calvi­nismus, — nicht nur die Ergebnisse theologischer Untersuchungen zeigen dies, sondern auch die Tatsache, dass in der ältesten ungarischen reformierten Gedankenwelt noch keine Spuren der calvinistischen politischen Widerstandslehre und der liberalen Stellungnahme in bezug auf die Zinsfrage aufzufinden sind, •— und doch hätten beide Thesen einerseits in den politischen Ver-

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