Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die F íus ítellung. das in der Mitte des großen Husftellungsfaales ftand und ein Stangengeweih trug, in Wildbret und Kopf­fcbmuck nichts zu wünfeben übrig ließ. Der Stangentypus, der fich durch eine beffere Perlung der Geweihe auszeichnet, ift in manchen Gegenden vorberrfebend, bevorzugt jedoch Süd-- und Mittelfcbweden, während der Scbaufelelcb dem Norden angehört. Das zweitgrößte Schalenwild, der Edelbirfcb, ift auf wenige Reviere befebränkt und wird aucb da wegen des Schadens, den er an den Kulturen verurfaebt, nur in fchwacben Ständen geduldet. Das Damwild ift in einigen freien Wildbabnen eingebürgert und gedeiht dort durchaus zufriedenftellend. Eine hervorragende Rolle fpielt in den Revieren Schwedens, vor allem in deffen füdlichem Teile und hier befonders in der Provinz Schonen, das Reh, das fieb einer rationellen Hege und Pflege erfreut. Die Trophäen, welche Schweden auf die Husftellung gebracht bat, wurden bereits gewürdigt. Hier bliebe nur noch zu bemerken, daß diefe ausnehmend guten Qualitäten neben den zufagenden Exiftenzbedingungen auf flusftellungshalle. Pavillon »Schweden den Umftand zurückzuführen fein dürften, daß der Bock fich während der Brunftzeit der Schonung erfreut, wodurch einerfeits das Brunftgefcbäft ungeftört vor fich geben kann, anderfeits die kräftigften Tiere Gelegen* beit finden, ihre Eigenfcbaften auf die Nachkommen zu übertragen. Von dem nütjlicben Haarwild wäre noch der Schnee-- und Feldhafe, le^terer im Lande deutfeber Hafe genannt, zu erwähnen. Diefer bat fich in Schonen und anderen Provinzen in der Ebene reichlich vermehrt und feinen weißen Vetter aus deffen Verbreitungsgebiet verdrängt. Von fcbädlicbem Wilde weichen allmählich Bär, Wolf und Luchs der eifrigen Verfolgung durch die Bauernjäger und der fortfebreitenden Kultur. Häufig ift dagegen der Fuchs in allen feinen Farbenvarietäten. Im Norden gefeilt fich ihm der den Renntier­berden gefährliche Vielfraß zu. Hier wäre auch der drei febwedifeben Robbenarten (Seebund, Ringel- und Kegelrobbe) Erwähnung zu tun, denen mit Eifer nacbgeftellt wird. Nach der Ringelrobbe, welche die nördlichen Teile der Oftfee und den Bott­nifeben Meerbufen bewohnt, wurden befonders früher ganze Expeditionen ausgerüftet, bei denen Fell und Tran den Gewinn der Jäger bildeten. Heute werden für diefe Tiere, die den Fifcbbeftänden großen Hbbrucb tun, Schußgelder gezahlt. Von der Ornis find die Hühnervögel und das Waffergeflügel jagdlich von Bedeutung. Von erfteren kommen Huer-, Birk-, Hafel-, Reb-, Schnee- und Moorbubn, von lederen Enten, Gänfe, Säger, Schwäne etc. vor. Von akklimatifiertem Federwild verdient der Fafan genannt zu werden. Er ift beute allenthalben in den füdlicben Provinzen (Schonen, Halland, Weftergotland, Öftergotland, Södermanland etc.) zu finden. Eingefe^t 47

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