Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die FJusftellung. wurden Edelfafanen und Ringfafanen, ftellenweife auch »Mongolen« (Königsfafanen), deren Kreuzungsprodukt das dortige Wild darftellt. Was die ökonomifche Bedeutung der Jagd für Schweden betrifft, fo wäre vor allem zu bemerken, daß diefelbe beute, als Sport betrieben, nicht jene Rolle im Lande fpielt, wie es in den Ländern Mitteleuropas der Fall ift. Es hängt dies vor allem mit der oft fpärlichen Befiedlung des Landes zufammen. Um fo größer ift ihre Bedeutung als direkte Einnabmsquelle der Bevölkerung des Landes, die manchenorts direkt auf den Ertrag aus der Jagd und dem Vogelfange angewiefen ift. Wenn in den nördlichen Gebieten der Froft die Feldfrüchte nicht reif werden ließ oder die Kartoffel verdarb, dann bedeutet ein gutes »Vogeljahr« die Hilfe in der Not. Je weiter nördlich, um fo mehr gewinnt die Jagd als Quelle der Volksnabrung und des Erwerbes an Bedeutung. Im Kirchfpiele Karefando, das hauptfächlich von Lappen und Finnländern bewohnt ift, werden jährlich etwa 15.000 bis 30.000 Schneehühner je nach dem Jahre teils gefchoffen, teils in Schlingen gefangen. Die Vögel werden in gefrorenem Zuftand, gegen das Auftauen durch Einfchlagen in Renntierfelle gefcbüftt, nach Mittel-- und Südfchweden oder über Norwegen ins Ausland verfandt. Hls ein Beifpiel der Bedeutung diefer Jagdbetrie= be fowobl für den Jäger als für die konfumieren­de Bevölkerung fei angeführt, daß vor wenigen Jah­ren durch mehre­re Monate Huer­geflügel die billig­fte Fleifchnabrung fogar in Stock­holm war. Nicht minder wichtig für den Haushalt Schwe­dens ift die Elch­jagd, deren jähr­liche Strecke im ganzen Lande rund 3000 Stück beträgt. Sie lie­fert neben reich­lichem Wildbret •— ein 16 Monate alter Elch wiegt aufgebrochen rund 220 Kilo­gramm, ein ftar­denen er wegen des Wildbretes und der Flaumfedern nachftellt. Rebgebörne. Pavillon »Schweden« ker 450bis 500 Ki­logramm — hoch im Preife fteben» de Decken fowie leicht und gut verkäufliche Ge­weihe. Daran rei­ben ficb die Pelz­tiere, von denen Füchte in allen ihren Farbenva» rietäten (Rot-, Kreuz-, Silber-, Schnee- und Blau­fuchs), Marder, Hermelin, Viel­fraß und das nordifcbe Eich­horn neben dem felteneren Otter in Betracht kom­men. Für den Küftenbewobner nicht unwichtig ift die Eider-- und Eisente, dann die Samt-, Trauer-, Berg-, Reiber-­und Schellente, Wie hoch ficb die Werte berechnen, die auf diefem Wege dem Volksvermögen zufließen, und wie hoch diefe Naturalnut)ungen für die Bevölkerung einzu­fcbätjen find, läßt ficb mangels einer halbwegs brauchbaren Statiftik nicht fagen. Zur Orientierung mögen hier einige Hbfcbußziffern angeführt werden: Es wurden erlegt: Elche im Jahre 1905 2869 Stück » 1906 3106 1907 3005 im Durcbfcbnitte 2990 Bären im Durcbfcbnitte der Jahre 1894/1908 Wölfe » »» » » 1906 1908 Lucbfe » » .. »> 1906 1908 Vielfraße » » .» » 1906 1908 Gewöhnliche Füchfe » » » » 1906/1908 Edelmarder »» » » » 1906/1908 Ottern .. »» 1906 1908 Dachfe » »> ». 1906/1908 Robben » .» » » 1903 1908 12 Stück 24 » 16 » 69 » 21870 » 240 » 300 » 4150 » 5480 » 48

Next

/
Oldalképek
Tartalom