Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

II. TEIL. Die Ausstellung und das Jagdwesen - III. ABSCHNITT. Die Jagd in ihren Beziehungen zu Handel und Verkehr, zu Industrie, Kunst und Gewerbe

c^li^ Der Handel und der Verkehr in ihren Beziehungen zur Jagd. So einmütig die Schönheit und Gediegenheit der Jagdausftellung im Inlande wie im Auslände in Aus­drücken enthufiaftifchen Lobes anerkannt wurde, war doch felbft aus den diefem Unternehmen mit warmer Sympathie gegenüberftebenden Kreifen gar häufig der Tadel zu vernehmen, daß man es an den geeigneten Vorforgen habe fehlen laffen, um die Ausftellung namentlich im Auslande bekannt zu machen, wozu eine ausgiebigere Benüt3ung der Reklame, wie fie beifpielsweife zugunften der gleichzeitigen internationalen Ausftellung in Brüffel ftattfand, das Mittel geboten hätte. Es ift zuzugeben, daß der Umfang der Reklame für unter befcbeidenes fachliches Spezialunternebmen mit dem Ausmaß der gleichartigen Leiftung der Brüffeler Weltausftellung keinen Vergleich ausbält. Gleichwohl erfcheint der erhobene Tadel nicht gerecht­fertigt, wenn die in Abficbt auf Bekanntmachung und Reklame ge­troffenen Vorforgen der Aus­ftellungsleitung, wie fie in einem am 2. Mai 1910 an das k. k. Mini­fterium für öffentliche Arbeiten erftatteten Berichte des General­kommiffärs der Ausftellung zu­fammengefaßt und im folgenden kurz dargeftellt find, in Betracht gezogen werden. Nachdem fchon im Laufe des Jahres 1908 mehrere vorbereitende Notizen über die Jagdausftellung durch die Preffe verbreitet worden waren, wurde mit Beginn 1909 mit einer umfaffenden Propa­ganda in den inländifcben und ausländifcben Zeitungen begonnen. Allwöchentlich wurden an fämtliche öfterreicbifcben Zeitungen mehrere Notizen verfandt, in welchen alles Wiffenswerte über die Ausftellung veröffentlicht wurde. Diefe Com­muniqués in einer Anzahl von zirka 1500 Exemplaren wurden — in die betreffenden Sprachen über­fet)t — auch an die Preffe des Aus­landes gefandt. Die Ausftellungsnacbricbten wurden von faft allen Zeitungen tatfäcblicb gebracht und kann das liebenswürdige Entgegenkommen der in-- und ausländifcben Preffe auch bei diefem Anlaffe nicht genug hervorgehoben werden, da diefe Propaganda in der Preffe ganz koftenlos erfolgte. Im Sommer 1909 wurde mit der Vorbereitung des nebenan abgebildeten Ausftellungsplakates begonnen. Das Plakat wurde in 4 Größen und 16 Sprachen auf­gelegt; über 70.000 Exemplare des­felben wurden im In- und Aus­lande koftenlos afficbiert. Alle öfterreicbifcben, fowie eine große Zahl ausländifcber Bahnen und Schiffabrts-Gefellfcbaften übernahmen den Gratisausbang auf den Stationen, den Schiffen, in den Agenturen etc. Bereits feit Herbft 1909 wurde ein eigens aufgelegtes Plakat in den D-Zügen der Preußifch-beffifchen Staats-­babnen koftenlos afficbiert; ein kleineres, das unten abgebildete Plakat, das in den Waggons der k. k. Staats­babnen ausgehängt wurde, war in einer Auflage von 38.000 Stück in Druck gelegt. Das große Ausftellungsplakat wurde durch Vermittlung der k. k. öfterreicbifcben und der königl. ungarifcben Finanzverwaltung an alle Tabaktrafiken verteilt. Weiters wurde den k. u. k. Konfulaten, fowie den Fremden­verkebrsverbänden, den Reifebureaux Cook, Scbenker und den gleichartigen Dienftesftellen der k. k. Staats-­babnen jene Anzahl von Plakaten zur Verfügung geftellt, welche von denfelben über Veranlaffung des k. k. Minifteriums für öffentliche Arbeiten angefprocben wurde. Diefe Plakate gelangten teils in Hotels, teils in Vereinslokalen und auf Ankündigungstafeln zum Ausbange. In gleicher Weife wie das Aus­ftellungsplakat wurden 250.000Pro= fpekte verteilt, welche auf der Vorderfeite eine Reproduktion des Plakates trugen und in allen in Betracht kommenden Sprachen auf­gelegt wurden. In den Waggons der interna­tionalen Schlafwagen -- Gefellfcbaft wurden feit Beginn des Jahres 1910 monatlich 30.000 dreifpracbige Pro­fpekte eingelegt. Den Exportfendungen der k. k. Tabakregie wurden 350.000 Re­klamezettel beigepackt. Den Profpekten der im Jahre 1910 abgehaltenen Wagner- und Mozart-Feftfpiele in München wurden 20.000 Flugblätter beigelegt. Gemeinfcbaftlicb mit dem k. k. Eifenbabnminifterium ließ die Ausftellungsleitung 350.000 Exemplare eines dreifpracbigen Flugblattes auflegen, welche in München und Oberammergau verteilt wurden; diefer Reklame wurde mit Rückficbt auf die im Sommer 1910 abgehaltenen Paffionsfpiele ganz befon­derer Wert beigelegt. Auf dem Bahnhofe in Oberammergau war ein mächtiges Reklamefchild der Ausftellung angebracht. Mit Ausnahme diefes Schildes wurde das bisher angeführte Reklamemateriale koftenlos placiert. Mit 1. April 1910 wurde der Plakatanfcblag auf Annoncentafeln und Säulen begonnen. Von diefem Tage an wurden in allen wiebtigeren Städten des Auslandes die Scbriftplakate der Ausftellung afficbiert. 134

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