Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

II. TEIL. Die Ausstellung und das Jagdwesen - III. ABSCHNITT. Die Jagd in ihren Beziehungen zu Handel und Verkehr, zu Industrie, Kunst und Gewerbe

c^li^ Der Handel und der Verkehr in ihren Beziehungen zur Jagd. waren im Werte von etwa 2'5 bis 3 Millionen nach dem Auslände exportiert. Die wicbtigften Abfatjländer find Deutfcbland, Frankreich, England und die Schweiz. Vorftebende Angaben fußen auf Mitteilungen der Wiener Kürfchnergenoffenfcbaft, welche dem Verfaffer durch gefällige Vermittlung des Herrn Genoffenfcbafts­kommiffärs Magiftratskommiffär Dr. Wetsko und des Vorftandes der ftatiftifchen Abteilung des Wiener Magiftrates Herrn Magiftratsrat Jamöck zugingen, dem auch die Daten über den Wiener Wildbretverbrauch zu verdanken find. Die Statiftik der Ein- und Ausfuhr des öfterreicbifcb-ungarifcben Zollgebietes an Wildfellen, ein­fcbließlicb rober Hafen- und Kaninchenfelle, fowie des Zwifcbenverkebrs diefes Artikels mit Ungarn ift weiter oben in ihren Hauptziffern zur Darftellung gelangt. Wie dort erfichtlicb, weift die Einfuhr diefer Jagdprodukte aus dem Auslande in den legten Jahren den Jahreswert von rund 1*5 Millionen Kronen, aus Ungarn einen folcben von rund 1 Million Kronen, die Ausfuhr nach dem Auslande den Jabreswert von über 3 Millionen Kronen auf, wogegen die Ausfuhr nach Ungarn unbedeutend ift. Unter den vom Auslande nach Öfterreich eingeführten Wildfellen befinden fich auch die als Robftoff für die Erzeugung der feinen und Luxus-Pelz­waren verwendeten Felle der exotifeben Wildarten, die großenteils aus den nördlichen Jagdgebieten Rußlands, Sibiriens und Nordamerikas, fowie aus den Polarländern ftammen und deren feltene Schönheit und Mannigfaltig­keit in der Ausftellung im Pavillon der Pelzverwertung wirkfam zur Geltung ge­langte. Aber auch die minder wertvollen Pelzfelle aus Süd­amerika und Auftralien, fo­wie die befebeidenen Pro­dukte der beimifchen Jagd beanfprueben in diefer Hin­ficht volle Beachtung, da fie durch Behandlung nach den Verfahrungsarten der beu­tigen hochentwickelten Tech­nik diefes Induftriezweiges Umftaltungen erfahren, die geeignet erfcheinen, die wegen ihrer Koftfpieligkeit nur mehr für die reiebften und vor­nebmften Kreife erfebwing­lieben exotifeben Originalfelle teilweife zu erfetjen. Eine überaus anziehen­de und lehrreiche Darftellung der biftorifeben Entwicklung, fowie der getarnten Verhält­koftbarften Pelztieres der Hudfonsbailänder niffe des Pelzbandeis ift dem in Verbindung mit un­terer Jagdausftellung zu Wien in der Zeit vom 5. bis 7. Sep­tember 1910 abgehaltenen II. internationalen Jagdkon­greffe vorgelegt worden. Sie ift betitelt: »Die internationale Be­deutung desHandels mitdem Pelzwerk und den Bälgen jagdbarer Tiere (Pelzver­wertung)« und hat die Herren J. Max Hartwich, k. k. Kom­merzialrat, und Emil Hart­wieb, k. u. k. Hof- und Kam­mer-Pelzlieferant, zu Ver­faffern. (Sektion I, Referat 4 des II. internationalen Jagd­kongreffes Wien 1910.) In derfelben find auch die Preife der einzelnen Pelzfellforten und die Preis­febwankungen innerhalb des Zeitraumes 1848 bis 1910 angeführt. So hat beifpiels­weife im Januar und März 1910 der Preis für das befte Fell vom Silberfuchs — des 12.960 Kronen, im Jahre 1900 fogar 13.920 Kronen, der Preis Pavillon: »Pelzverwertung". Innenraum. des beften Seeotterfells 1909 9120 Kronen betragen. Zobel vom Amur notierten 1910 mit 125 Kronen, von Jakutsk mit 565 Kronen. Die Zahl der jährlich aus dem europäifeben und afiatifeben Rußland in den Handel gelangenden Zobelfelle wird auf zirka 100.000, der Wert der ruffifeben Ausfuhr an Pelzfellen in den Jahren 1900 bis 1907 auf durcbfcbnittlicb 25 bis 30 Millionen Kronen pro Jabr gefcbätjt. Die Weltproduktion an Pelz­fellen wird mit dem Jabreswerte von 450 Millionen Kronen veranfcblagt. Anerkennenswert find die Maßnahmen der nordamerikanifeben Bundesregierung zum Schule der an den Küften Alaskas beimifchen Pelzfeebunde (Seals), deren Ausrottung infolge der Nacbftellungen der auf diefe wertvolle Beute befonders erpichten Pelzjäger nahegerückt war. Auch die jedem Befucber San Franciscos wohlbekannten Mäbnenrobben, welche die Klippen am Golden Gate bewohnen und durch ihre Spiele beleben, genießen von altersber gefe^licben Schutz und vollftändige Schonung. Neueftens bat die kaif. ruffifche Regierung Jagd und Fang des Zobels auf die Dauer von 3 Jahren verboten. Der Handel mit Jagdwaffen und Munition. Bisher war die Rede von Handel und Verkehr, deren Gegenftand die Jagd und ihre Produkte bilden. Es erübrigt noch, der Hilfsgewerbe zu gedenken, welche für die Ausübung der Jagd die tauglichen Mittel liefern. Als folebe fteben in erfter Reibe die Jagdwaffen, und zwar bauptfäcblicb Schießgewehre und 130

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