J. Újhelyi szerk.: Fragmenta Botanica 6. 1968. (Budapest, 1968)
Dr. Csapody, Vera: Die Ziergehölze Ungarns
1. Fasst man nicht die Zahl der Exemplare, sondern die der eingebürgerten Arten bzw. Aparten (varietas) ins Auge, so fällt das Vorherrschen der asiatischen, genauer, der ostasiatischen Arten (aus China, Japan und Korea) auf. Eine andere wichtige Quelle ist Nordamerika. Die Zahl dieser Arten übertrifft bei weitem die Ansiedlung einheimischer ungarischer Ziergehölze. Südamerika, Australien und Afrika haben unseren Bestand nur in äusserst geringem Ausmass bereichert (Fig. 1). Vergleicht man dieses Ergebnis mit den Angaben der jüngst erschienenen Dendrologien (G. KRÜSSMANN, Handbuch der Laubgehölze, I960 und G. KRÜSSMANN, Die Nadelgehölze, II. Auflage, I960), so ergibt sich im grossen ganzen dieselbe Proportion. Mit Befriedigung stellen wir ferner fest, dass fast 45 # der mitteleuropäischen, in Ungarn ansiedelbaren Zierbäume und Sträucher sich bereits eingebürgert haben (Fig.2). Einigermassen in Erstaunen setzte uns die Arbeit GÍBOR ANDREANSZKYs, Sarmatische Flora von Ungarn, 1959, wo es u.a. heisst: „in unserem Pliozän waren nicht die Koniferen der südeuropäischen Gebirge, sondern in erster Linie nordamerikanische und ostasiatische Nadelhölzer am reichlichsten", eine Behauptung, die nicht nur für die Nadelhölzer, sondern auch für die Laubbäume gilt. Abb. 3 zeigt, dass die Zahl der europäischen bzw. der Arten nordamerikanischen Ursprungs (Südamerika fällt hier kaum ins Gewicht) in den Resten und Abdrücken zu Ungunsten der asiatischen gemeinsamen Arten noch grösser ist. Diese Arten liessen sich in Ungarn leicht ansiedeln, da sie früher auch hier lebten. 2. Die geographischen und geschichtlichen Gegebenheiten Ungarns ermöglichten kaum grosse Forschungs- und Sammelreisen. Die ungarischen Zierpflanzen wurden also von enthousiastischen Gartenbesitzern und ihren fachkundigen Gärtnern aus fremden Kulturen übernommen. Was nun die Zeit der Ansiedlung betrifft, gestaltet sich auf Grund der Studie REHDERS, Manual of cultivated Trees und Shrubs, 1958 und des schon obenerwähnten Buches von G. KRÜSSMANN das Ergebnis folgendermassen: Uralte Kulturpflanzen oder solche unbekannter Herkunft 5,2 aus dem 16.Jahrhund-ert stammen 2,5 aus dem 17.Jh. 5,2 aus 110