Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

wurden die Schiffsböden und der Unterwasseranstrich kontrolliert und zum Teil ausgebessert.2440 An S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“, auf der KA Montecuccoli die Heimreise antreten wollte, war am 15. Juli eine genaue Untersuchung der Unterwasserteile und des Schiffsbodens vorgenommen worden. Diese Untersuchung ergab folgendes Bild: Die Unterwassertheile befinden sich sämmtlich im guten Zustande. [...] Der Moravia- Anstrich des Schiffsbodens von vorne bis zum Spant 23 ist stellenweise im ungefähren Ausmaße von 23 bis 26 m2 blosgelegt, die schadhaften Theile angerostet und mit hartem, weissen Seegrase bewachsen [...] Der übrige Schiffsboden-Anstrich ist bis auf einige kaum erwähnenswerte Schäden in gutem Zustande. Die Wasserlinie ist ihrer ganzen Länge nach mit weichem, grünem Grase bewachsen, und zwar in der Mitte bis zu einer Tiefe von 1 - 1 'A Meter, während vorne und achter der Anwuchs weniger tief hinab reicht. Animalische Ansätze wurden nicht vorgefunden. [...] Eine allenfallsige Reinigung der rostigen Stellen und Ausbesserung des Anstriches durch Taucher würde ungefähr 100 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen Die erforderliche Pergolis- und Rahtjens-Farbe ist vorhanden.2441 Selbstverständlich befahl das Escadre-Commandos umgehend die entsprechenden Arbeiten. Um die Arbeiten zu beschleunigen wurden Taucher von S.M.S. „Aspern“ beigestellt.2442 * Trotz der laufenden Vorkehrungen für die Heimreise von S.M.S. „Zenta“ und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ gingen Schulungen und Übungen im Wesentlichen planmäßig weiter: Am 17. Juli ließ KA Montecuccoli „Probe-Lancierübungen“ auf allen vier Schiffen durchführen, zwei Tage später führten „Zenta“ und „Kaiserin Elisabeth“ die semestralen Lancierübungen auf der Reede von Yantai/Zhifu durch.2445 Während S.M.S. „Zenta“ die Übungen problemlos durchführte, kam es auf S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ zu Schwierigkeiten: Auf S.M. Schiff „Kaiserin Elisabeth gieng der erste vom Buge aus abgelassene Torpedo in den Grund und da derselbe nach 1 1/2 ständigem Suchen nicht aufgefunden wurde, liess ich die Uebungen aus den Breitseit-Apparaten vornehmen, welche ohne Anstand durchgeführt wurden. Wegen vorgeschrittener Tageszeit konnte nur noch eine Hecklancierung absolviert werden. Die Versuche, den gesunkenen Torpedo zu finden nahmen 4 Tage angestrengter Arbeit in Anspruch, waren jedoch schliesslich von Erfolg begleitet; der Torpedo wurde um 8 1/2 Uhr a. m. des 23. Juli gefunden.2444 KA Montecuccoli war stets um die peinlich genaue Einhaltung des Zeremoniells bemüht und wollte, wenn irgend möglich, vor seiner Abreise dem neuen britischen Georg Lehner - Monika Lehner 2440 Auch bei S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, die in Ostsien bleiben sollte, wurde die periodische Untersuchung, die schon im Juni - als das Schiff im Changjiang beziehungsweise in der Baihe-Mündung war - fällig gewesen wäre, durchgeführt. 2441 KA, Schiffsakten „Maria Theresia“ 1901/III, [blaue Nr. 1231], S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ [Weber] an ECiO, No. 224/M, Chefoo, 15. 7.1901. 2442 Ebenda, S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ an ECiO, No. 225/M, Chefoo, 15. 7.1901. 5 S.M.S. ,Aspern“ und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ sollten ähnliche Übungen vor der koreanischen Küste vornehmen. 2444 KA, MS/OK 1901-V-5/17, No. 2 121, fol. 133\ ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 811/M. Vorfallen­heitsbericht für die Zeit vom 16.7. bis 28.7.1901 (In See, 28.7.1901). 626

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