Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Notwendigkeiten Oder Interessen: Das Settlement In Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing

mitgearbeitet („ung. Nordbahn, [...] Trassierungsarbeit der Salzburg Tirolerbahn“), schließlich den Bau der Sektion Schladming der Salzburg Tirolerbahn geleitet und war dann beim Bahnerhaltungsdienste. Zwischen 1881 und 1885 projektierte und leitete er in Wien zahlreiche Bauten. Danach leitete er wieder Bahnprojekte und baute „im Jahre 1896 [...] eine gothische Kirche in Barrackowice [sic!] bei Lemberg [,..].“2383 2384 Kowarski hatte sich bereit erklärt, den Bau des Legationsgebäudes in Beijing gegen „Vergütung von 10 % der Gesammtsumme zu übernehmen, wenn diese wenigstens 200 000 fl. erreicht“ und wollte die erforderlichen Hilfskräfte während des Baues bereitstellen.2,84 In dem „Übereinkommen“, das vom Ersten Sektionschef des Ministeriums des Äußern, Nikolaus Graf Szécsen von Temerin, und dem Architekten am 22. Mai 1901 unterzeichnet wurde,2385 waren alle Bedingungen akribisch aufgelistet worden: Kowarski verpflichtete sich, den neuen Bau der zur Unterbringung der k. und k. Gesandtschaft in Peking bestimmten Gebäude, für welche das Ministerium] d[es] Ae[ußem], einschließlich der Einrichtung einen Gesammtbetrag von 500 000 Kr. in Aussicht genommen hatte, gegen ein fixes Honorar von 45 000 Kr. [...] Gold zu übernehmen und diese Baulichkeiten nach den ihm diesbezüglich vom k. und k. Gesandten in Peking, Frh. v. Czikann zutheil werdenden Instructionen in der kürzesten Frist bestens auszuführen.2386 * Kowarski musste von seinem Honorar auch die Hilfskräfte für die Baukanzlei bezahlen und hatte keinen Anspruch auf weitere Entschädigungen oder Vergütungen jedweder Art. Er sollte sein Honorar nach Maßgabe des Fortschrittes des Baues in der Weise [...], dass demselben jeweilig 8 % [...] der factisch zu Bauzwecken verwendeten Summe durch die Gesandtschaft in Peking in Monats-Raten erfolgt werden. Der Rest sollte nach Vollendung der Arbeiten ausgezahlt werden. Aus den Erfahrungen mit dem Bau des ersten Palais’ klug geworden, wurden Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass die „Bauherstellungen den in Aussicht genommenen Gesammtaufwand von 500 000 Kr. übersteigen sollten“: Kowarski würde auch die über diese Maximalziffer hinausgehenden und ihm übetragenen weiteren Bauten gegen ein Architektenhonorar von 7 % [...] des über den Betrag von 500 000 Kr. investirten Capitals Notwendigkeiten oder Interessen: Das Settlement in Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing 2383 Ebenda, fol. 263', Zu seiner Biographie siehe auch den Eintrag „Kowarski, Ferdynand (1834- 1906)“ in: Polskie Archiwum Biograficzne (Micro-Fiche 251, 392-396). 2384 HHStA, A R. F 6/28, 6-Palais Peking-1/57, fol. 263\ 2385 HHStA, A.R. F 6/28, 6-Palais Peking 1/64, fol. 260'. Eine Abschrift des Übereinkommens ging mit dem Erlass No. 33 129/2 ex 1901 an den k. u. k. Gesandten in Beijing, siehe ebenda, 6-Palais Peking-1/57, fol. 220'. Ebenda, 6-Palais Peking-1/57, fol. 260. Vier Jahre zuvor, als man an die Errichtung des Gesandtschaftsgebäudes, das im Sommer 1900 - kaum fertiggestellt - durch einen Brand zerstört worden war, ging, hätten die „Gesammtkosten für Erwerbung des Terrains sowie für Bau und Einrichtung des Hauses den Betrag von 150.000 K. nicht übersteigen“ sollen (Ebenda, 6-Palais Peking-1/13, fol. 45v, MdÄ an Rosthom 9178/2 ex 1897, Wien, 2.3.1897). 614

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