Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Georg Lehner - Monika Lehner Der Winter in den ostasiatischen Gewässern Vor besondere Anforderungen wurden die Schiffsbemannungen durch die winterlichen Witterungsverhältnisse im Bohai gestellt - der immer wieder zu Schwierigkeiten führte: So war im Dezember 1900 der Verkehr zwischen S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“, die als Stationsschiff vor Shanhaiguan lag, und der vor Japan kreuzenden Escadre unterbrochen. Der Verkehr mit letzterem Schiffe (gern. S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“) war, aus bisher noch nicht aufgeklärten Gründen den ganzen Monat hindurch unterbrochen. Erst der durch das Etapen-Commando in Tientsin geleitete telegraphische Befehl zum Einrücken nach Weihaiwei, behufs Übergabe des Stationdienstes an S.M. Schiff „Aspern“ wurde vom Commando S. M. Schiffes „Kaiserin Elisabeth“ telegraphisch beantwortet.2206 LSK Wilhelm Weber, der Kommandant von S.M.S. ,Aspern“, die im Januar 1901 den Stationsdienst im Golf von Zhili versah, erklärte im Januar 1901, die Verhältnisse seien „in Anbetracht der Jahreszeit nicht ungünstig“2207 und untermauert das mit genauen Temperaturtabellen2208. Aus diesen Tabellen geht deutlich hervor, wie schnell vor allem Wind- und Eisverhältnisse wechselten. So war am 7. und 8. Januar 1901 ledigliche Eisbildung an der Bordwand und an der Ankerkette zu bemerken, während am 9. Januar zunächst „tellergroße“ Eisschollen beobachtet wurden, die sich rasch verdichteten; am 11. Januar wurden um 6.00 Uhr morgens Eisschollen von 10 m2 mit 15 cm Dicke verzeichnet, um Mitternacht waren die Schollen zu großen Flächen von rund 400 m2 angewachsen. In den folgenden zwei Tagen entspannte sich die Situation so weit, dass der Hafen eisfrei war. Erst am 15. Januar wurde wieder Eisbildung unter der Küste beobachtet, der Wind aus Ostnordost erreichte immerhin Windstärke 7 und mehr und mehr Eis trieb aus südwestlicher Richtung heran. Am 17. Januar flaute der Wind ab (Stärken 2- 4), doch die Eisbildung verstärkte sich und der Verkehr mit dem Land war zeitweilig unterbrochen. Ab 19. Januar war der Verkehr mit dem Lande unmöglich, bei Windstille/wenig Wind und Lufttemperaturen bis minus 5 Grad Celsius froren die Eisschollen zu großen Feldern zusammen, die am Morgen des 20. Januar bis zu 1 m Dicke erreichten. Sechs Stunden später war die Eisbildung soweit zurückgegangen, dass der Verkehr mit dem Lande möglich war und 24 Stunden später war der Hafen eisfrei. “ KA, MS/OK 1901-V-5/4, No. 368. ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. 2207 KA, MS/OK 1901-IV-23/3, No. 560, fol. 25v-26', Commando S.M.S. „Aspern“ an ECiO, Res. No. 8 (Abschrift), Shan-hai-kuan, 16.1.1901. 2208 An Bord der Schiffe wurden viermal pro Tag, jeweils um 12.00 Uhr, um 18.00 Uhr, um 0.00 Uhr und 6.00 Uhr Barometerstand, Luft- und Wassertemperatur, Windrichtung, Bewölkung, Niederschlag, Strömung (Angabe: „Strömung nach“) und Angaben über die Eisverhältnisse erfaßt. Cf. Ebenda, fol. 27', Commando S.M.S. „Aspern“ an ECiO, Res. No. 8 (Abschrift), Shan-hai- kuan, 16.1.1901. [Diese Aufstellung erfaßt den Zeitraum vom 7. Januar bis zum 16. Januar, in welchem S.M.S. „Aspern“ vor Shanhaiguan vor Anker lag ] und KA, MS/OK 1901 -IV-23/4, No. 639, fol. 42v und 44', Commando S.M.S. „Aspern“ an ECiO, Res. No. 13 (Abschrift), Chefoo, 1.2.1901 [16. Januar bis 30. Januar], 562

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