Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen

IV Constitution, par chaque Puissance, d’une garde permanente pour sa légation à Pé­kin [Beijing]; V Démantèlement des fortifications de Takou [Dagu]; VI Occupation militaire de certains points à déterminer par un accord des Puissances sur la route de Tien-tsin [Tianjin] à Pékin [Beijing], qui serait ainsi toujours ou­verte aux légations voulant se rendre à la mer ou aux forces qui, de la mer, auraient pour objectif la capitale.1616 Vor der Aufnahme der Verhandlungen mit China, deren Ziel die Wiederherstellung eines dauerhaften Friedens war, sollten die diplomatischen Vertreter in Beijing die endgültigen Forderungen ausarbeiten. Gleichzeitig erfolgte auf Vorschlag Japans eine Vereinbarung über die „collective Führung“ der Friedensverhandlungen, deren Abwicklung sonst dem Ermessen der Diplomaten überlassen wurde.1636 1637 Die Vorschläge Frankreichs lösten in den Außenministerien Europas fieberhafte Aktivitäten aus, da eine mögliche Annahme oder Ablehnung derselben nicht ohne Konsequenzen für die europäische Politik bleiben konnte.1638 Der Vorschlag Delcassé's wurde vom k. u. k. Botschafter in St. Petersburg, Aloys Lexa Freiherr von Aehrenthal, als ,Amplificirung der russischen 5 Programm- Puncte“1639 bezeichnet, welche schon zuvor diskutiert worden waren.1640 Dementsprechend erklärte der russische Geschäftsträger noch am selben Tag, seine Regierung unterstütze den französischen Vorschlag voll und ganz.1641 In London und in Berlin äußerte man sich vorerst abwartend, wofür auch das demonstrative Einvernehmen zwischen Frankreich und Russland verantwortlich gewesen sein mag.1642 Der k. u. k. Geschäftsträger in Rom, Otto Freiherr von Kuhn, berichtete, Außenminister Marquis Visconti-Venosta habe keine Einwendungen gegen die französischen Vorschläge1643, doch könnten die Punkte 4 (permanente Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten ... 1636 HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 484'-485v, Notizen betreffend die Friedensverhandlungen in Peking (von Freiherr v. Rhemen), [Wien], Mai 1901. Siehe dazu auch: Tan (1955), S. 149 f. (engl. Fasssung), Text (engl.) auch: China No 5 (1901), S. 5, FRUS 1901, Appendix, S. 27. 1637 HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 486', Notizen betreffend die Friedensverhandlungen in Peking (von Freiherr v. Rhemen), [Wien], Mai 1901. 1618 HHStA, P.A. XXIX/21, Gotuchowski an die Vertretungen in London (No. 43), Petersburg (No. 48), Berlin (No. 96) und Rom Quirinal (No. 50) Chiffre, Wien, 4.10.1900. 1639 Ebenda, Aehrenthal an Gotuchowski, Bericht No. 65 A-B, St. Petersburg, 4.10./21.9.1900. 1640 Ebenda, Gotuchowski an Aehrenthal, Telegramm No. 45, fol. 11. 9.1900. 1641 Ebenda, Szécsen an die Vertretungen in London (No. 44), Petersburg (No. 49), Berlin (No. 97), Rom Quir (No. 51) Chiffre, Wien, 4.10.1900. Aus St. Petersburg kam vorerst keine Bestätigung, da Außenminister Graf Lambsdorff am 4.10.1900 nach Livadia abgereist war [Ebenda, Aehrenthal an Gotuchowski, Bericht No. 65 A-B, St. Petersburg, 4.10./21.9.1900]. 1642 Ebenda, Mensdorff an MdÄ, Telegramm No. 132 (8 408, Chiffre), London, 5.10.1900. Ebenda, Thum an MdÄ, Telegramm No. 201 (1 065, Chiffre), Berlin, 7.10.1900. Ebenda, Mensdorff an MdÄ, Telegramm No. 134 (2 409, Chiffre), London, 8.10.1900. 1643 HHStA, P.A. XXIX/21, Kuhn an MdÄ, Telegramm No. 71 (119, Chiffre), Rom, 6.10.1900. 445

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