Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Österreich-Ungarns Maritim-Militärische Präsenz in China: Vom Entsatz der Gesandtschaften bis Ende Januar 1901

Österreich-Ungarns maritim-militärische Präsenz in China... seinem Zug um 7.30 Uhr früh von Qinghe auf. Bei -10 °C legte das Detachement in 5 Stunden 20 Kilometer zurück und traf - nach einer halbstündigen Rast - um 1 Uhr Nachmittag in Guanshi ein. Nachdem in einem großen Gasthof ein gutes Quartier gefunden worden war, sandte Jettmar noch am Nachmittag eine berittene Patrouille zur Rekognoszierung der Umgebung von Guanshi und Yangfang aus. Die Patrouille kehrte noch vor Sonnenuntergang in das Quartier zurück, ohne Verdächtiges berichten zu können. Bei Einbruch der Nacht waren alle Vorkehrungen für den Fall eines Alarms getroffen worden, die Wache im Hof des Quartiers wurde von zwei auf drei Mann verstärkt. Am 6. Januar ließ Jettmar die Umgebung von Guanshi und Yangfang nochmals durch berittene Patrouillen erkunden, während er selbst beide Orte gründlich untersuchte - wieder konnte nichts Verdächtiges bemerkt werden. Gemäß erhaltenem Befehlsschreiben brach Jettmar am 7. Januar morgens von Guanshi auf, um wieder nach Beijing einzurücken. Die Temperatur betrug zwischen -5 und -10 °C. Trotz der nach wie vor gefrorenen Wege und der damit verbundenen Gefahren verlief der Rückweg problemlos. Auch auf dem Rückmarsch nach Beijing konnte Jettmar konstatieren, dass sich die Vorsteher der auf dem Marsch passierten Dörfer ihm „zur Verfügung“ stellten. Nach fünfstündigem Marsch traf der Zug um 12.30 Uhr in Qinghe ein. Dort wurde eine anderthalbstündige Mittagsrast eingelegt. Auch auf dem dreistündigen Marsch von Qinghe nach Beijing kam es zu keinerlei nennenswertem Zwischenfall.1580 Sunhe Am 2. Januar 1901 wies LSK Bless von Sambuchi den Seekadetten Otto Hoppe an, am 5. Januar mit einem Matrosen-Detachement nach Sunhe (etwa 18 km nordöstlich von Beijing) abzugehen, um dort Erkundigungen einzuziehen, ob sich dort „beunruhigende Elemente“ aufhalten würden.1581 1582 Den von Hoppe geführten 34 Mann waren fünf berittene Matrosen unter dem Kommando des Seekadetten Miroslav Plohl beigegeben. Der fünfstündige Marsch von Beijing nach Sunhe war äußerst beschwerlich: Die Wege waren schneebedeckt und bei einer leichten nördlichen Brise betrug die Temperatur zwischen -10 und -15 °C.'582 Nach der Ankunft in Sunhe (5. Januar, 14.00 Uhr) traf Hoppe alle Vorkehrungen für die ausreichende Bewachung der Unterkunft. Am Morgen des 6. Januar schickte Hoppe eine Patrouille aus, welche die nordöstliche Umgebung von Sunhe rekognoszierte, aber weder chinesisches Militär noch „beunruhigende Elemente“ antraf. 1 811 KA, MS/OK 1901 -XI-2/1, Nr. 626, ECiO, Res. No. 221/M, Missionsbericht für die Zeitperiode vom 16.2. bis 6.3.1901, Shanghai, 6.3.1901. Beilage 1: Seekadett Eberhard von Jettmar an LDP, Peking, 29.1.1901. — Danach auch die geraffte Darstellung dieser Expedition bei Winterhaider (1902), S. 526 f. 1581 KA, MS/OK 1901-XI-2/1, Nr. 626, ECiO an RKM/MS, Res. No. 221/M, Missionsbericht für die Zeitperiode vom 16.2. bis 6.3.1901, Shanghai, 6.3.1901. 1582 Winterhaider (1902), S. 527 f. macht über die rekognoszierten Dörfer keinerlei nähere Angaben. - Auch in Bejing selbst waren extrem tiefe Temperaturen gemessen worden. Nach Rauch (1907), S. 238 lag die Temperatur in Beijing am 11.1. bei -15 °R (entspricht -18,75 °C). 431

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