Sonderband 2. International Council on Archives. Dritte Europäische Archivkonferenz, Wien 11. bis 15. Mai 1993. Tagungsprotokolle (1996)
3. Session / Séance. Sharing of Experience and Exchange of Staff / Partage d’Expériences et Echange des Personnes - Discussion / Interventions
3. Session/Séance: Discussion - Interventions Als zweite Idee könnten wir vielleicht einen Art Archiv-Führer (in niederen Sprachen, wenn möglich), ähnlich jenen, die im ehemaligen Jugoslawien für jede Republik gemacht wurden, gemeinsam erarbeiten und publizieren, mit kurzen Angaben über die einzelnen Archive und ihre Bestände, aber ohne historische Einleitung. Dies könnte auch für andere Kollegen von Interesse sein, nicht zuletzt aufgrund der großen Gefahr der Zerstörung von historischen Quellen. Kurt Peball: Sie wissen, Herr Pandzic, daß wir schon seit längerer Zeit in Absprache zu solchen Projekten stehen. Sie wissen aber auch, daß es für Jugoslawien eine ganze Reihe von Bibliographien zusammenfassender Art gibt, die also praktisch schon Archiv-Führer darstellen. Ich möchte an das anschließen, was Kollege Rum- schöttel gesagt hat: Wir sollten Parallelarbeiten vermeiden. Um noch einmal auf Ihr Projekt, Herr Pandzic, zurückzukommen, werden wir in Zusammenarbeit mit dem Steiermärkischen Landesarchiv und dem Kärntner Landesarchiv entsprechende Arbeiten beginnen. Zur Frage von mehrsprachigen Ausgaben, Herr Pandzic, will ich folgendes bemerken: Wir haben zweisprachige Ausstellungskataloge, Russisch-Deutsch, Russisch-Englisch, usw.; die Frage ist natürlich, wer macht das? Ich möchte sehr darum bitten, bevor Projekte dieser Art begonnen werden, zuerst darüber nachzudenken, ob wir die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen können. Erst wenn diese Frage positiv beantwortet ist, können wir, aufbauend auf den bestehenden Vorarbeiten gemeinsam eine zweisprachige Bibiliographie zum Thema Militärgrenze erstellen. Wenn ich Sie erinnern darf, wir haben Anfang der 60er Jahre im Heeresgeschichtlichen Museum hier in Wien eine Ausstellung zur Geschichte der Militärgrenze ausgerichtet, wobei auch die betreffende Literatur zusammengestellt wurde. Dies könnte die Basis für eine zweisprachige Ausgabe sein. Gerhard Pferschy: Als Beteiligter will ich hier einige Gedanken vortragen. Erstens glaube ich, daß man auch Kärnten und Slowenien einbeziehen muß, denn die Stände des Herzogtums Krain haben ja einen Teil der Militärgrenze verwaltet und bezahlt. Es wird also m. E. ohne Slowenisch nicht gehen. Dann plädiere ich dafür, nicht auf eine historische Einleitung zu verzichten: die Kompetenz der Behörden, die die Aktenbestände erzeugt haben, muß klar zum Ausdruck kommen. Ansonsten haben wir eine für uns Archivare nützliche, aber für Laien und Historiker eigentlich nutzlose Auflistung, weil den Nicht-Archivaren der Zugang fehlt. Ich könnte mir vorstellen, daß wir ein Forschungsprojekt starten können, wenn wir jemanden finden, der es vertritt, begründet, kontrolliert und unter dieser Prämisse auch finanziert. Hans Hofmann: Would somebody else like to take the floor concerning the need or the possibilities of translation of finding aids, guides, inventories, archival finding aids to other languages? Or do you feel that apart from this particular point there is no need? Klaus Oldenhage: Ich muß ehrlich bleiben. Ich habe zu dieser Frage vor vielen Jahren in Athen etwas grundsätzliches bei CIBAL gesagt; es gab in dieser Konferenz 276