Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2011 - Acta Ethnologica Danubiana 13. (Dunaszerdahely-Komárno, 2011)

Tanulmányok - Hans Werner Retterath: A "Német Kelet Keresztje" Bac Harzburg mellett. Egy központi kitelepítési emlékmű, mint a Nyugat-ideológia, a háborús emlékmű kultusz és nép-nemzeti oltalmi munka folyománya (Összefoglalás)

Denkmals am 18. September 1927: Prominente Gäste schrieben sich nicht nur ins Goldene Buch ein, sondern beim Feldgottesdienst wurde neben dem Tedeum auch das Niederländische Dankgebet gesungen (Grenz 1977, 312). Anderntags begab sich vor allem die „Ostdeutsche Jugend“ früh morgens zu Fuß oder mit Bussen zu den Uhlenklippen. Vor oder nach der Veranstaltung hatten wohl junge Leute ihre Kletterkünste am Mahnmal ausprobiert, denn die „Harzburger Zeitung“ monierte den wenig pietätvollen Umgang einiger Jugendlicher mit dem Mahnmal (Landsmannschaften am Mahnmal. Zehn Wappen schmücken den Sockel des Kreuzes, HZ, 27.6.1950). Es sei nötig, das Kreuz mit einer „Achtungsumfriedung zu umgeben, damit die Besucher, vor allen Dingen bei feierlichen Veranstaltungen, den rechten Abstand von Klippe und Kreuz haben. Die Würde des Ortes erscheint uns diesen Abstand dringend zu erfordern, denn die Klippe mit dem Kreuz ist zur Erprobung von Kletterkünsten nunmehr ungeeignet.“ Diese Äußerung zeigt, wie Akteure und ihr Umfeld eine Sakralisierung von Denkmal und Standort initiierten und entsprechende kulturelle Verhaltensweisen implementierten, hier die Distanz zum „geheiligten“ Ort. Die Feier am Mahnmal zeichnete sich ebenso durch die Instrumentalisierung religiöser Formen aus. Zu Beginn sprach Gieseler, „der Sprecher der Heimat“, das „Gebet der Heimatlosen“15. Es handelt sich dabei um kein Gebet im religiösen Sinne, sondern um ein Gedicht mit sakral gefärbtem Titel, das die Rückkehrhoffnung thematisiert. In der ersten Strophe wird die Freude des Erinnems an die verschiedenen Facetten der ostpreußischen Natur angesprochen, des Weiteren die Freude auf ein Dasein als Gleicher unter Gleichen, bei dem man sich ohne Scheu und unbefangen geben könne. Dann versetzt der Verfasser den Leser in eine unerwartete Vorstellung: „Wir sind zu Haus!“ Nun sei die Freude noch größer: Man müsse niemand bitten und keinem eine Last sein, man könne als freier Herr leben und die Häuser wieder aufbauen bis man endlich das Ganze als „wieder mein“ bezeichnen könne. Das Gedicht endet mit dem Appell: „Herrgott, laß unsere Hoffnung nicht vergebens sein!“ Verfasser des „Gebets“ war das spätere Bundesvorstandsmitglied der Landsmannschaft Westpreußen und Chefredakteur ihres Organs Ottfried von Finckenstein (1901-1987) (Deutsches Literatur-Lexikon 2005, 568). In der NS-Zeit war er angeblich zum Regime auf Distanz gegangen, gleichwohl hatte er zwei Literaturpreise in dieser Zeit (1938 Volkspreis für deutsche Dichtung, 1942 Herder-Preis der Universität Königsberg) erhalten. Der vertriebene Druckereibesitzer und CDU-Mann Eberhard Rock hielt nun die Festansprache, die das Lokalblatt ausführlich wiedergab. Den Begriff Heimat könne nur der erfassen, der sie verloren habe, der wisse, wie man für die Heimat leiden könne. Das Mahnmal stehe für die Freiheit der Völker und für die Freiheit des deutschen Volkes. Er wandte sich gegen Radikalismus, denn die Sache der Vertriebenen sei gut vorangekommen, wofür die Beteiligung von Vertriebenen wie Lukaschek und Albertz in führenden Ämtern stünden. Das Kreuz sei ein Mahnmal des Friedens und eine Mahnung zur Wiedergutmachung an diejenigen, die die Abkommen in Jalta und Potsdam geschlossen hätten. „Heimat umschlösse den Begriff Frieden, und da die Heimatvertriebenen den Frieden wollen, müßten sie zwangsläufig für eine friedliche Rückgewinnung der verlorenen Heimat eintreten.“ Rock umriss in seinen Ausführungen zum wiederholten Male die Denkmalintentionen. Im Einzelnen setzte er die Denkmalerrichtung in den Kontext einer starken Beachtung der Vertriebenen durch die bundesdeutsche Politik, womit er Radikalisierungstendenzen unter 15 Es handelt sich um den Text von Ottfried Graf Finckenstein abgedruckt im Westpreußen-Jahrbuch, 1950, 153. 87

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