Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Liszka József: A szlovákiai magyarok populáris kultúrájának időbeli "határai". A 20. századi impériumváltások kultúralkotó hatásai

Das alles bedeutet aber auch, daß sich auch die dörfliche und kleinstädtische Architektur grundlegend veränderte, besonders in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Da die Bauarbeiten von einer offiziellen Erlaubnis abhängig waren, lassen sich die “Würfelhäuser” der 50er/60er Jahre grundsätzlich auf einen einzigen Typ zurückführen. Die volle Umgestaltung der Dörfer ist in erster Linie für reichere Gebiete in der Kleinen Tiefebene charakteristisch. Sie gilt teilweise auch für solche Siedlungen wie Martos, die noch bis heute Siedlungen mit einer archaischen (Volks)Kultur sind. In der Kleinen Tiefebene, besonders auf der Großen Schüttinsel, wurde die schnelle Umgestaltung durch die große Überschwemmung im Jahre 1966 stark beschleunigt; in dieser Zeit sind ganze Dörfer vom Boden verschwunden und dann neu aufgebaut worden. Die in der Mittel- und Ostslowakei liegenden, von Ungarn besiedelten Regionen, bzw. der nördliche Teil der Kleinen Tiefebene bewahren demge­genüber bis in unsere Tage vieles von den Elementen der “traditionellen Volksarchitektur”, obwohl es auch dort zu grundsätzlichen Veränderungen gekommen ist, schon seit den 50er Jahren. Die Bevölkerung des Dorfes Rudna in Gömör lebte vom Bergbau, 1955 standen dort 168 fertige Häuser, davon 36 neue Gebäude. Für die Bauten der benachbarten Siedlung Kőrös waren in dieser Zeit dagegen Wohnhäuser aus den 20er/30er Jahren charakteristisch. In den 50er Jahren ist Strom eingeführt worden, im Dorf gab es Autobusverkehr, Verbindungswege wurden gebaut usw. Die Einwohner - offensichtlich ihrer sprichwörtlichen “Marktneigung” zuliebe - haben einen relativ guten Wohlstand erreicht, und so ließen sie an der Wende der 60er/70er Jahre eher als Statussymbol drei- (sogar vier-!)stöckige, größtenteils nur partiell genützte Häuser bauen. Auch im Glaubensleben kam es zu grundlegenden Änderungen, besonders nach der kom­munistischen Machtergreifung im Jahre 1948. Man versuchte, die gemeinschaftliche öffentliche Ausübung der Religion durch administrative Behinderungen unmöglich zu machen (so sind Prozessionen und Wallfahrten verboten worden). Um die Verbote der Behörden zu umgehen, versuchten die ungarischen (und nicht nur die ungarischen!) Gläubigen aus der Slowakei in Ungarn an solchen kirchlich-religiösen Veranstaltungen teilzunehmen, für welche es in ihrer Heimat keine Möglichkeit gab. Die Öffnung der Grenze im Jahre 1989, die Reisemöglichkeiten und der Einfluß von west­lichen Waren sind in den Siedlungen schon jetzt meßbar. In der Pflanzenkultur verbreitet sich die charakteristische Zierpflanze der österreichisch-bayerischen Gebiete, die Pelargonie und auch die Surfinea; im Laufe von einigen Jahren etablierten sich die Bescherung zum Valentins-Tag, bzw. der Adventskranz. Untersuchen wir jetzt die Verbreitung des letzteren (d.h. des Adventskranzes) in unserem Gebiet! Das Wesen dieser neuen Tradition liegt darin, daß auf den aus Immergrün geflochte­nen Kranze vier Kerzen aufgesteckt werden; der Kranz hängt an einem Haken an der Zimmerdecke über dem Tisch, bzw. wird neuerdings einfach auf den Tisch gelegt. Am ersten Adventssonntag wird die erste, dann werden folgend die weiteren Kerzen angezündet. Die Forschungen von Hermann Bausinger in Deutschland haben den Ursprung und die Verbreitung des Adventskranzes im deutschen Sprachraum relativ genau geklärt. Vor kurzem ist das Forschungszentrum für Europäische Ethnologie in Komom der Verbreitung und Verwendung des Adventskranzes in der Süd-Slowakei nachgegangen. Das Phänomen ist Mitte des 19. Jahrhunderts in Norddeutschland in Protestantenkreisen ausgebildet worden (seine Spuren lassen sich exakt bis 1850, nach Hamburg zurückverfol­157

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