Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Liszka József: A szlovákiai magyarok populáris kultúrájának időbeli "határai". A 20. századi impériumváltások kultúralkotó hatásai

gen); es verbreitete sich später nach Süden: zuerst in den Reihen des protestantischen (Groß)­­Bürgertums, der industriellen Arbeiter und erst später in Bauernkreisen; nach dem Ersten Weltkrieg vereinzelt, allgemein erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es auch in den Kreisen der bayerisch-österreichischen katholischen Bevölkerung angenommen (vgl. Bausinger 1977). Im Karpatenbecken taucht es zwischen den zwei Weltkriegen durch deutsche Vermittlung auf, später begegnet man ihm als “DDR-Import” ab den 60er Jahren, besonders in Ungarn. Eine wirkliche Verbreitung ist erst seit der Wende im Jahre 1989 zu dokumentieren; es wurde im wesentlichen von Femsehmedien, Ansichtskarten, Blumen­geschäften und der katholischen (!) Kirche beeinflußt, und fand sein Zentrum in der Süd- Slowakei, vorwiegend in Intellektuellenkreisen, unter Unternehmern und eher im westlichen Teil des Landes. Seit 1993 Vielleicht noch komplizierter und heikler als das eben angesprochene Phänomen ist die Beantwortung der Frage, ob die Gründung der selbständigen Slowakei eine meßbare Wirkung auf die Entwicklung der Popularkultur der Ungarn in der Slowakei hatte. Diejenigen Kleinbauern, die ihre Produkte (Gemüse, Obst) früher vorwiegend in den tschechischen und mährischen Landesteilen verkauft hatten, werden wegen der nun dazwischenliegenden neuen Staatsgrenze offenbar stufenweise von dem tschechischen Markt verdrängt. Dadurch ist auch eine Möglichkeit kulturellen Verkehrs aufgelöst worden, deren konkrete Auswirkung wird erst nach längerer Zeit vielleicht meßbar. Genauso kompliziert wurde es für ungarische (und selbstverständlich auch für slowakische) Jugendliche aus der Slowakei, an tschechischen Hochschulen und Universitäten weiterzustudieren. Die ungarischen Burschen werden in der slowakischen und nicht in der tschechoslowakischen Armee stellungspflichtig. Während ihrer Dienstzeit (die sie ab jetzt natürlich in slowakischen Kasernen verbringen), kommen sie mit ihren tschechischen Schicksalsgefährten in keinen Kontakt mehr. Durch diese Tatsachen sind weitere Kanäle kultureller Beziehungen versperrt worden. Zusamenfassung Am 28. Oktober 1918 ist die Tschechoslowakische Republik ausgerufen worden. Die Volkskultur der in diese Repubik gelangten etwa 650 000 Ungarn kennen wir ziemlich lück­enhaft. Soviel steht fest, daß die ungarische dörfliche und kleinstädtische Bevölkerung nach ihrer Völkskultur in drei größere Einheiten gegliedert werden kann. Vom Westen nach Osten ist es erstens der nördlich der Donau liegende Teil der Kleinen Tiefebene, der in erster Linie mit der Volkskultur Transdanubiens eine ziemlich enge Verwandschaft zeigt, durchsetzt mit Kennzeichen aus der Großen Tiefebene und dem “Palotzenland”. Besonders sein nördlicher Teil (hauptsächlich die Neutragegend) hatte mit dem Slowakentum, sein westlicher (Preß­­burgerland) dagegen mit Deutschen wirtschaftlich und kulturell in enger Wechselbeziehung gelebt. Bedeutende Landschaften, Subregionen sind: die Große Schüttinsel, Matthiasland, Waag-Gran Zwischenstromland und die Zoborgegend (Neutragegend). In dem mittleren Teil des Forschungsgebietes, etwa zwischen der Gran-Hemád-Linie lebt eine ethnische Gruppe, die summarisch “Palotzen” genannt wird. Durch die Staatsgrenze ist diese ethnische Gruppe getrennt worden, ihr südlicher Teil ist in Ungarn geblieben, während der nördliche Teil der Slowakei angegliedert wurde. Wirtschaftliche Beziehungen knüpfte sie sowohl zu dem benachbarten Slowakentum, als auch zu den Gebieten der Großen Tiefebene. 158

Next

/
Oldalképek
Tartalom