Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK - Busch, Eberhard: Van-e valódi okunk a boldogságra?
Die Sendung der ganzen christlichen Gemeinde hervor, dass ihre Sendung der Sinn und Zweck ihrer Sammlung und Auferbauung ist. Die Sammlung und Auferbauung setzt die Glieder der Gemeinde zu ihrer Sendung instand. In der Nachfolge Jesu Christi sind sie dazu in seinen Dienst in Anspruch genommen. Denn zuerst in ihm, Jesus Chrisms, ist Gott für die Welt da; und dem haben die an ihn Glaubenden nachzufolgen. Für Barth ist hier das Wort Jesu leitend (873): „Ihr seid das Salz der Erde“. Das Wort bindet ja zwei Seiten zusammen. Einerseits wird das Salz zwecklos, wenn es seine Salzkraft verliert. Andererseits ist es sinnlos, wenn es für sich selbst da ist. Ohne Bild: die Gemeinde bedarf immer wieder der Sammlung, damit sie gestärkt wird durch die Kraft des Evangeliums und seiner Weisung, und so gestärkt im Glauben, in der Liebe und Hoffnung. Damm ist der Gottesdienst für eine christliche Gemeinde überlebenswichtig. Aber schon in ihrem Gottesdienst ist die Welt unverkennbar präsent: besonders in der Fürbitte und in der Kollekte. Und so dürfte der Segensspruch am Ende des Gottesdienstes keine „Entlassung‘ der Gemeinde in die nächsten Tage sein, wie es in Deutschland heißt, sondern er müsste ein Wort der Sendung der ganzen Gemeinde als Boten Christi in ihre tägliche Umwelt sein. Damit es so sei, wie es Barth sagt: „Gerade ihr Innerstes drängt unwiderstehlich nach außen ... Sie ist, indem sie dem einen Jesus Chrisms verpflichtet ist, und also von ihrem Grund her ohne Vorbehalt der Welt verpflichtet.“ (IV/3,903) Kurz, darauf zielt die Sammlung und Stärkung der Gemeinde: auf ihre Sendung unter ihre Mitmenschen, in ihr Umgebung und Umwelt. Barth beschreibt jene zwei, aber untrennbar zusammengehörigen Seiten der Existenz einer christlichen Gemeinde so: Sie existiert ek- zentrisch, und zwar dies in einer präzisen Weise: Das Zentrum, um das sie sich bewegt, ist nicht einfach die Welt als solche, „wohl aber die Welt, für die Gott ist“. Sie lebt, „weil für Gott, darum für die Welt, für die Menschen“. (872f.) Und wohlgemerkt: Diese Vorordnung des Gottes in Jesus Chrisms vor der Welt, bestimmt dann die Art des Daseins der christlichen Gemeinde für die Welt. Es ist die Art der Solidarität, nicht einer Herrschaft, aber auch nicht einer Anpassung und Gleichschaltung (884). Und sie wirkt sich darin aus, dass die Christen dabei immer zuerst nach denen sehen, die zuunterst in der Gesellschaft stehen — gemäß dem Titel des Buchs von Cesbron: „Les saints vont en enfer“. (886) Der Ruf „Heraus aus der Welt“ widerspricht einer Säkularisiemng der Kirche und der Ruf „Hinaus in die Welt“ steht gegen ihrer Sakralisierung. (IV/2,756) Und nun die Frage, wozu all die verschiedenen Christen gebraucht werden, wenn sie vom Sonntagsgottesdienst unter dem Segen des Herrn als Missionare ausgesandt werden? Mit dieser Frage befasste sich auch das 2. Vatikanische Konzil, und es gab zur Antwort, dass es hier zwei Kategorien von Ämtern gebe. Zum einen die Glieder der kirchlichen Hierarchie und zum anderen die, denen eines der mancherlei Charismen nach Paulus zuteil wurde. Diese Lehre hat Barth abgelehnt. Denn nach 1. Kor. 12 und 14 gibt es in der Gemeinde ausschließlich nur verschiedene Charismen. Also auch die kirchlichen Ämter in unseren Kirchen sind verschiedene Funktionen in dem einen Leib Christi. Nach Barth gibt es wohl besondere Ämter in der Gemeinde, aber keines, das über ihr steht. Und nun gibt es in ihr eine Reihe verschiedener Aufgabe, nicht nur eine, und sie sind auch nicht von einem allein zu verrichten und laut Paulus nicht einmal von einem allein zu regieren. Son2010/4 Sárospataki Füzetek21