Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 3. szám - TANULMÁNYOK

Die Innenwelt und die Aussenwelt in den Psalmen einer bewohnten Ortschaft bedeuten (die Trümmern Jerusalems - DbtOTT DiDin - Dán 9,2). Die Ruinen waren also in der Vergangenheit sichere Häuser. Der Psalmist spricht in Andeutungen von der Zukunft, und die Wüste schüesst durch die Formulierung die Wunder und den Wiederaufbau in sich. Die Trümmer sind für den Psalmisten wahrscheinlich Zeichen der Vergangenheit, aber in der Geschichte des Gottesvolkes, wie in der Baugeschichte einer Stadt, war das Alte öfters das Fundament, worauf das Neue gebaut wurde. Indem also der Psalmist in den Trümmern die Erinnerungen vor Auge hat, weist er auf die Geschichte hin, in der das Neue auf das Alte gebaut wurde, was auch die Zukunft möglich macht. Diesen Gedanken führt der Vers 8 in dem Bild des isolierten Vogels auf dem Dach weiter (jrbil TTÍ2 “IÍSK3). Die Einsamkeit des Vogels ist wieder eine Andeu­tung darauf, was schon gebaut wird: er kann schon auf etwas stehen. Es sind kleine Zeichen der Hoffnung, aber auch sie fallen dem Psalmisten ins Auge, die er willig ist zu benutzen. Natürlich ist er sich des grossen Unterschiedes zwischen ihm selbs und YHWH bewusst. Es ist für ihn sein Erbarmen (crnn - Vers 14) und seine Gnade (Pti)nb - Vers 14) nötig, wodurch das Bauen durch YHWH möglich ist (PniT HJD - Vers 17). Es ist keine Frage im Psalm, dass YHWH in der Geschichte sein Ziel er­reicht. Der Psalmist betrachtet es als eine Tatsache,54 dass YHWH in seiner Herr­lichkeit erscheint (ritf-,; ([Nif. Perf.] ÍTQD3 - Vers 17) und an der Richtung des Le­bens, das zu Ihm kommen (jtiab - Vers 29) soll, nichts ändern kann. Der Mensch soll vor Ihm erscheinen, um vor seinem Antlitz zu wohnen (1TÍ3CÖ' - Vers 29). 4. Es ist auffallend, dass in unserem Psalm Zion und Jerusalem vielmehr abstrakter ist mit idealen Charakteren der Errettung, als eine reale, geografische Ortschaft mit einzelnen Stellen. Zion und Jerusalem haben nicht so sehr eine partikularistische, geografische, sondern eher eine universale Bedeutung. Diesen Univarsalismus fin­den wir auch in der rabbinischen Literatur, die J erusalem als das Zentrum der gan­zen Erde erwähnt.55 In diesem Punkt stimmt diese Formulierung mit der propheti­schen Botschaft überein: □btOT'V ITQ“in - Jerusalems Trümmer (Jes 52,9) werden wieder aufgebaut.56 Jerusalems Erlösung (□btOTT - Jes 52,9) zeigt Gottes Königsherrschaft an: Er allein regiert über die ganze Erde (J’nbtf jbQ - Dein Gott herrscht als König - Jes 52,7).57 Aus seiner Königsherrschaft folgt, dass sie sich verwirklichen kann, nicht nur im Himmel, sondern auch “auf Erden”. Er betritt das irdische Jerusa­54 Deshalb kommt in der Übersetzung das Future Perfect vor: „will have built ... will have appeared ... shall be settled” — Tehillim: a new translation with a commentary anthologized from Talmudic, Midrashic and rabbinic sources Vol. 4. 1231. 1232.1235. 55 „metropolis of the world ... lantern to the nations” — A treasury of Jewish quotations / ed. by Joseph L. Baron. New York 1985 217; „Pesikta 143b lässt Jerusalem künftig in die Höhe wachsen und sich erstrecken bis an den Thron der Herrlichkeit” - Jüdische Theologie auf Grund des Tal­mud und verwandter Schriften gemeinfasslich dargestellt / von Ferdinand Weber. Leipzig 1897 375. 56 „the ruins of Jerusalem ... these ruins will be rebuilt.” - Isaiah III Part 3, Vol. 2: Isaiah 49-55 / Jan L. Koole; [transl. from the Dutch by Anthony P. Runia]. Leuven 1998 238. 57 „jbo can be rendered ’he is king”’ - Isaiah III Part 3, Vol. 2 235. 2010/3 SÁROSPATAKI FÜZETEK 31

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