Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 3. szám - TANULMÁNYOK
Enghy Sándor sehen zwei Polen — Ausdehnung und Eingeschränktheit, Anziehung und Abstos- sen, Steigen und Sinken — befinden. Diese Polarität ist im ganzen Leben — in der Bewegung der Himmelskörper, im Licht und Dunkel, im Wachsen und Niedergang in der Natur, im Einatmen und Ausatmen des Menschen - vorhanden. Auf der Ebene der Spiritualität kommt diese Polarität in der Empfindung der Nähe zu Gott und im Empfinden der tiefen Einsamkeit und Gottverlassenheit vor. Die Kunst des Lebens bedeutet, dass man diese Bewegungen kennt, akzeptiert, sich mit ihnen auskennt, ihnen nicht um jeden Preis widersteht. Nur durch gründliche Kenntnis dieser Erscheinung ist es möglich, sie zu verarbeiten, wodurch der Übergang zwischen den zwei Polen harmonischer bleibt und weniger abrupt abläuft. Im anderen Fall verhindern wir die Entwicklung und das Wachstum. Auch für unseren Psalmisten ist es wichtig, zu akzeptieren, dass in der jetzigen Welt der Mensch nicht in der Lage ist, zu dem Heiligen einen konstanten, intensiven Kontakt aufrecht zu halten. Indem er in dieser Welt seine Lage akzeptiert, kann er selbst in dieser jetzigen, problematischen Welt an ihrer Restitution arbeiten, und doch gleichzeitig nach einem ewigen Bestehen mit YHWH zusammen verlangend, aus der Kraft der Hoffnung und seiner Errettung leben. 3. Der Leidende charakterisiert seinen Zustand in Bildern der Aussenwelt und dadurch kennzeichnet er seine Innenwelt. Er erwähnt in Versen 4-5 den Rauch, der verfliegt (](ÖIO ibo) und das Gras das verdorrt (K&’l DÖpp) um so die Trockenheit, Schwachheit seiner Lebenskraft, Vitalität darzustellen. Er fühlt sich wie ein Vogel in der Wüste ("1310 nspb 'rPQp - Vers 7) und beschreibt damit sein unerfülltes Verlangen, wie Ps 63,2: 'ÖS? pb - nach dir dürstet meine Seele...in einem dürren Land. Die Wüste ist ein lehrreiches, paradoxes Bild. Trotz der Verlassenheit, wo es kaum Leben gibt, können Vögel leben und Wunder geschehen: Wasser kommt aus dem Felsen (Ex 17), Manna fällt vom Himmel (Ps 78,24), der Herr lässt Fleisch regnen und Vögel wie Sand (Ps 78,27) und trotz der Leblosigkeit der Wüste kommt er in Kontakt mit seinem Volk. Die Ruinen im Vers 7 (1713717 0133 - wie Eule / Käuzchen in den Ruinen) können Trümmer von Menschen gemachten Gebäuden de mogelijkheid hadden om zieh binnen de godheid disharmonisch op te stellen” — LAENEN: De kabbala ontsluierd 161.; Auch die Trennung spielt eine wichtige Roll beim Sündenfall: „Wenn aber Adam nicht zuerst die Frucht abgetrennt hätte, hätte der Satan nicht die Macht gehabt, sich vom Baum des Lebens zu trennen” — Von der mystischen Gestalt der Gottheit: Studien zu Grundbegriffen der Kabbala / von G. Scholem. Frankfurt [1973] 60.; „Die beiden Hauptprinzipien der menschlichen Seele, der Chessed und die Gewura, die ’Gnade’ und die ’Macht’, bergen — die eine wie die andere - eine Virtualität des gegenteiligen Prinzips in sich. Denn das eine wie das andere spiegelt die göttliche Attribute der Chessed und der Gewura wider, die sich zusammenschliessen, um eine Einheit zu bilden. Nur ihre Äusserungen erscheinen dem Menschen unterschiedlich.” - Die Kabbala: „Gesetz und Mystik in der jüdischen Tradition“ / Alexandre Safran; [aus dem Französischen übers, von Johannes Isenring]. Bern [etc.] 1966 175. 176.; Auch die neuere Forschung beschäftigt sich mit dem Thema „paradoxe Interpretation” und Gegensätze: - ROTENBERG, M.: Psychology and Judaism in: The encyclopaedia of Judaism / Jacob Neusner Vol. Ill: P-Z Jacob Neusner/Alan Jeffery Avery-Peck/William Scott Green. Leiden [etcj 2000 1089-1109; Psychology & Kabbalah by Z'ev Ben-Shimon Halevi alias Warren Kenton. York Beach [1986, 1991]; www.chabad.org: Man and his soul (Psychology and anthropology of the Kabbalah in: SCHOLEM, G.: Kabbalah. Jerusalem 1974 152-165.; http://www.inner.org/ 30 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2010/3