Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 3. szám - TANULMÁNYOK

Die Innenwelt und die Aussenwelt in den Psalmen Als Mittel gegen das Schlangengift um alles zu wissen, um zu herrschen, ist die Tora gegeben worden. Dieses innere Wissen wird auch in der Aussenwelt des Menschen Folgen haben. Das ist die Botschaft einer rabbinischen Erörterung, nach der, so wie es der Mensch verdient, herrscht er, wenn nicht, dann wird er beherrscht. Der nach dem Bild Gottes gemachte, ihm ähnliche Mensch wird herrschen, wer nicht nach dem Bild Gottes gemacht und nicht ihm ähnlich ist, wird beherrscht.26 Transformation In der rabbinischen Literatur27 wird die Shekhinah oft im Zusammenhang mit einer bestimmten Transformation erwähnt. Das heisst, wo YHWH anwesend ist, geschieht etwas Wunderbares. Deshalb aßen die Hebräer in der Wüste kein ge­wöhnliches Essen, sondern ein Wunder-Essen, das Licht der Shekhinah, das Licht der Gottesanwesenheit. Genauso ist die Wirkung der Anwesenheit Gottes bei der Geburt des Shekhinah-Kindes Mose zu sehen, als das Licht, das das Haus füllt. In unserem Psalm erlebt der Mensch eine Art Transformation, als er von YHWH zu Ehren gebracht wird und ihm sein Heil sehen lässt (1117338] - Ps 91,15; ’runEra 117878] - Vers 16).28 Er steigt über alle irdischen und kosmischen Gefahren und erfahrt eine Befreiung, erlebt wie die Schöpfung zu ihrem Ziel kommt, sieht die Vergeltung an den Gottlosen, (78717 E'3Ö7 npbtül - Vers 8) hat Macht, Schlan­gen nieder zu treten (]’3!71...0P7n - Vers 13). Es ist eine Art Beschreibung der Kost­probe der individuellen Erlösung der Innenwelt und Aussenwelt des Menschen mit den Vorzeichen der kosmischen Vernichtung der bösen Mächte. Alles, was der Psalm so darstellt, geschieht in der Anwesenheit Gottes. Durch ihn kommt es zu einer Veränderung, dass der Mensch sich nicht mehr fürchten soll (STÍTK1? - Vers 5) und das Böse erreicht ihn nicht (Ö3’ sb - Vers 7). Was mit dem Menschen ge­schieht, kommt dadurch, dass er nicht allein ist. YHWH ist mit ihm (’338-lPi) - Vers 15.). Durch Seine Aktivität wird er zu Ehren gebracht (1773381 - Pi. - Ps 91,15). YHWHs Person spielt dabei die entscheidende Rolle, dass er Heil sehen kann. Er lässt es ihn schauen (17878] - Hif. - Vers 16), er sättigt ihn mit langem Leben (watpK D’P] Jib - Vers 16 - mö - Hif.). Bei YHWH findet der Psalmist Herrlich­keit aus seiner Angst der Dunkelheit heraus. Zu dieser Verborgenheit bei ihm kommt er dadurch, dass er an ihm hängt, (pÖ7 '3 '3 - Vers 14), weil er seinen Na­men kennt (’Q0 jrr-,3 - Vers 14). Der kunstvolle Chiasmus - intabui pön '3 *3 'Dtp inT'3 inplitoN ­26 „Ist der Mensch würdig ... so soll er herrschen, wenn nicht, so soll er sinken. * Im ersten Falle ist das Verb von 777 abgeleitet, im letzten von TP.” — Bibliotheca rabbinica: eine Sammlung alter Midraschim / zum ersten Male ins Deutsche übertragen von August Wünsche 1. Midrasch Kohe- let; Midrasch Bereschit Rabba. Hildesheim 1967 Bereschit Rabba Par. VIII. V. 27. 35. 27 „miracle food/ manna ... is labelled ... as ^jv ha Shekhinah (the light of the Divine Presence). This suggests that in the desert, the Hebrews were eating no ordinary food, but the light of the Shekhi­nah! ... Prominent among ... Shekhinah babies is the divine child Moses ... Bat-Halevi is ... one of the Zohar’s code names for Shekhinah. When this holy woman ... gives birth to her child ... baby Moses’ presence fills the house with light.” - NOVICK, L.: On the wings of Shekhinah: re­discovering Judaism’s divine feminine. Wheaton 2008 26. 27. 28. 28 „I shall honor him - 15.; I shall show him My salvation - 16.” — Psalms: t urgam mehuddas le’anglit 359. 2010/3 Sárospataki Füzetek 21

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