Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 3. szám - TANULMÁNYOK
ENGHY SÁNDOR Das Böse Das Böse hat im Psalm verschiedene Formen: Fürchten, Schrecken, Pfeil (Vers 5); Pest, Finsternis, Seuche (Vers 6); Unglück, Plage (Vers 10); Löwen, Ottern, Schlangen (Versl3). Diese Liste ist ähnlich wie die Beschreibung des Bösen im Deut 32: Feuer, Scheol (Vers 22); Unheil, Pfeile (Vers 23); Hunger, Fieberglut, Pest, wilde Tiere, Gift (Vers 24); Schwert, Schrecken (Vers 25). Hier gibt es auch ein Verbergen, wie im Psalm 91 (Vers 1): DilQ ’]S HTPIOR - ich verberge mein Angesicht vor ihnen (Deut 32,20). Dieses Verbergen hat aber eine negative Wirkung und ist nicht schützend wie im Psalm 91. Das heisst: YHWHs Anwesenheit hat nicht automatisch eine schützende Funktion. Wo der Mensch Ihm untreu ist, verbirgt er sich, sein Angesicht. Das ist auch eine Verborgenheit, aber die Plagen sind die Folgen dieses Verbergens. Personifikation Es fallt auf, wie der Psalm die Bedrohlichkeit des Todes darstellt und sie dabei als personifizierte Unheilsmächte handeln lässt. Sie können umhergehen (jblT -Vers 6) und verwüsten (TR2T - Vers 6). In ähnlicher Form mit demselben Begriff erscheint der Tod bei Hosea: biRÖ "jxpp ’HR HIQ tp-Q-j ’HR - wo sind deine Dornen, Tod, wo ist dein Stachel, Scheol? (Hos 13,14 - “1X7 hier und im Psalm 91, Vers 6). Also zwischen diesem Vers und unserem Psalm besteht auch ein Zusammenhang. Mideid ist vor meinen Augen verborgen - TiiQ “IHD’ ani - sagt YHWH (Hos 13,14). Es ist auch ein Verbergen, wodurch das vernichtende Urteil über Efraim nur weitergehen kann und führt zum Tode, der einerseits Folge der Sünde des Volkes ist und zum anderen hegt es daran, dass das Mitleid vor Gottes Augen verborgen ist. Nicht in ihm, sondern ihm ist Mitleid verborgen, was tödlich ist. Wenn er nicht anteilnehmend17 ist und die Agonie seines Volkes nicht teilt, müssen sie sterben. Durch seine Verborgenheit. Dämonen Obwohl im Grunde genommen nicht speziell der Mensch der Sitz der dämonischen Kräfte ist, sind sie sehr eng mit dem menschlichen Leben verbunden. Genau so wie der Talmud in Verbindung mit Psalm 91,7 erwähnt: wir sind von Tausenden umgeben (Jeder von uns hat Tausend an seiner linken Hand und Zehntausend an seiner rechten Hand).18 Nach der rabbinischen Tradition19 kann aber der Mensch durch sein Denken und Tun die bösen Mächte beeinflussen: Wenn jemand das Schma auf seinem Bett ausspricht das ist, als wenn er ein zweischneidiges Schwert in seiner Hand halten würde und die Dämonen halten sich von ihm fern. Der Ein17 „Yahweh refuses to be „compassionate” — WOLFF, H. W.: Flosea f lermeneia Fifth printing. Philadelphia 1989 228.; „Yahweh has no intention of rescuing them (v.14) - Ben ZVI, E.: Hosea Grand Rapids, Mich., 2005 284; 18 „Every one among us has a thousand on his left hand and ten thousand on his right hand. — Seder Zera'im Berakoth 6a. 23. 19 „If one recites the Sherna' upon his bed, it is as though he held a two-edged sword in his hand ... If one recites the Shema ‘ upon his bed, the demons keep away from him.” - Seder Zera'im Berakoth 5a. 16. 17. 18 Sárospataki füzetek 2010/3