Tabiczky Zoltánné: A Magyar Vagon- és Gépgyár története 1. 1896-1945 (Győr, 1972)
Negyedik fejezet. A háborút megelőző időszak és a második világháború évei. 1930-1945
Im Jahre 1907 wurde die Aktienmehrheit des Unternehmens von der Familie Lederer durch den Wiener Bankverein übernommen, und nach 1911 übernahm auch die ebenfalls österreichische Familie Czjzek einen Anteil an der Waggonfabrik. Um die Automobilfabrikation zu fördern, wurde 1913 mit der Prager Firma, Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik A. G., ein Übereinkommen zur Lizenzherstellung von Kraftwagen der Marke ,,Praga” abgeschlossen. Bei diesen Fabrikaten benutzte die Waggonfabrik erstmalig die Marke ,,Röba”, welche am 1. Juni 1913 bei der Handelsund Gewerbekammer von Győr eingetragen wurde. Im Frühjahr 1914 begann — ebenfalls auf Grund eines Patentes der Ersten Böhmisch-Mährischen Maschinenfabrik auch die Herstellung von Motorpflügen. Während des ersten Weltkrieges wurden im Interesse der Steigerung der Produktion der Maschinenpark der Betriebe — in erster Linie der Kraftwagenabteilung — entwickelt und modernisiert. Ein bedeutender Meilenstein bei der Entwicklung der Nebenbetriebe war die Inbetriebnahme der Stahlgiesserei im Jahre 1917. Im Laufe der Kriegsjahre ist in Győr die Lebenshaltung immer schwieriger geworden. Die organisierten Werktätigen der Kanonenfabrik und der Waggonfabrik von Győr demonstrierten gemeinsam gegen die Unzukömmlichkeiten in der Lebensmittelverteilung, gegen die Preistreiber und den schwarzen Markt und forderten gemeinsam die Beendigung des Krieges und den Frieden. Während der Räterepublik kämpften viele Arbeiter der Waggonfabrik als führende Beamte in der Stadt- und Komitatsverwaltung, um die alten Losungen der Bewegung nunmehr im Besitz der Macht in Taten umzusetzen. Und im Roten Regiment des Kisalföld (Kleine Tiefebene) verteidigen sie mit der Waffe in der Hand die Arbeitermacht. Nach dem verlorenen Krieg musste die Verkehrsmittel herstellende Industrie mit großen Schwierigkeiten kämpfen. Erst in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre nahm die Nachfrage zu, in erster Linie die Nachfrage nach Verkehrsmitteln des Strassenverkehrs. Ab 1926 werden in der Waggonfabrik auch Autobusse hergestellt. 1927 wurde der Lizenzvertrag mit der Ersten Böhmisch- Mährischen Maschinenfabrik A. G. gelöst und im Jahre 1927 bzw. 1928 wurden von den deutschen Kruppwerken und der österreichischen Firma Austro—Fiat Lizenzen zur Herstellung von Lastkraftwagen erworben. 1929 erscheinen bereits die in Lizenz gebauten Rába—Krupp Schnellkraftwagen mit einer Nutzlast von 3—5 Tonnen und die Rába—Autsro—Fiat Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von 1,5 Tonnen auf dem Markte. Die Herstellung von Motorpflügen wird eingestellt und der landwirtschaftliche Kleintraktor Rába wird entwickelt. Die Aktienmehrheit der nach der Weltwirtschaftskrise von 1929—1933 in eine schwierige finanzielle Lage geratenen Waggonfabrik wurde 1935 von den österreichischen Kapitalisten durch die Rimamurány—Salgótarjáni Vasmű Részvénytársaság (Rimamurány— Salgótarjáner Eisenwerks A. G.) übernommen. Dieselbe Gesellschaft hat ebenfalls im Jahre 1935 die Edelstahl- und Spezialwerkzeugabteilung der Budapester Gróf Csáky László Ajax Acélművek Rt. (Stahlwerk A. G.) und der ebenfalls Budapester Kaszab-féle Csavar- és Vasárugyár Rt. (Kaszabsche Schrauben- und Eisenwarenfabriks A. G.) und der Szenes Ignác Csavar- és Vasárugyár Rt. die Einrichtungen zur Erzeugung von Schrauben, Nieten und Werkzeugmaschinen erworen. Die Maschinen wurden nach Győr gebracht und die Waggonfabrik hat sich auch auf die Erzeugung von Edelstahl, sowie Schrauben-Werkzeugfabrikation eingerichtet. Es wurden neue Bearbeitungsmaschinen angeschafft, in erster Reihe für die Automobilabteilung, wo nach 1935 hauptsächlich die weiterentwickelten Varianten der Rába—Austro—Fiat Lastkraftwagen und die Rába-Super und Rába-Spezial Lastkraftwagen gebaut wurden. Im Laufe der Jahre 1936—37 wurde in der Waggonfabrik als selbständige Konstruktion der Rába-Botond Geländemotorwagen herausgebildet. 1937 wurde von der Firma M. A. N. die Lizenz zur Herstellung von Dieselmotoren erworben. Im Jahre 1939 stand der aus dem Rába Kleintraktor entwickelte für vielerlei Zwecke verwendbare Rába-Universaltraktor mit Gangschaltung zur Serienherstellung bereit. Ende 1936 wurde eine Reparaturwerkstätte für Flugzeuge geschaffen. Hier wurden vorerst Flugzeugmotore, später Flugzeugkörper repariert. Bald hat sich die Fabrik auch auf die Herstellung von Flugzeugrümpfen, dann ganzer Flugzeuge eingerichtet (1939). Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs nahmen die Bestellungen seitens der Militärverwaltung zu und es wurde die Entwicklung der vom Gesichtspunkt der Kriegsproduktion wichtigen Betriebe notwendig. In den Jahren 1939—1941 entstand der moderne Brücken- und Stahlkonstruktionsbetrieb. Hier wurde in den Jahren 1921—42 die Stahlkonstruktion für die Donaubrücke bei Medve hergestellt. 1940 wird neben dem Stahlwerk ein neues Laboratorium erbaut. 1941 wird zur Herstellung des Kampfwagen Túrán eine Werkstätte zur Härtung und Verendlung von Panzerplatten geschaffen. Doch der überwiegende Teil der für die Weiterentwicklung bestimmten Gelder wird bereits zu dieser Zeit bei den beiden vom Gesichtspunkt der Rüstungsindustrie wichtigsten Betriebsanlagen, der Automobil- und Flug172