Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Zeitungsartikel
bisher 5200 Ungarn geflogen, in Kürze aber werden dort 21 000 ein Unterkommen gefunden haben. Der Minister gab zu, daß die Schwierigkeiten beim Einleben dieser meist jungen ungarischen Flüchtlinge, die fast alle keine westliche Sprache sprechen, sehr groß seien. Erfreulicherweise konnten bereits 40 Prozent der Arbeitsfähigen unter ihnen in Arbeit und Brot gebracht werden. Sechs in das einzige ungarische Gymnasium der Bundesrepublik in Bauschlott bei Pforzheim aufgenommene Flüchtlinge hätten „allerhand Bewegung" in diese Schule gebracht, da sie von den in Geschichte und Religion üblichen Lehrstoffen sehr unterschiedliche Meinungen gehabt hätten. Dagegen wäre die Unruhe, die einige der Ungarn in ein Lager in Hessen gebracht hätten, dadurch verursacht worden, daß die Neuankömmlinge sofort nach Uebersee weitergeleitet werden und gar nicht erst eine Arbeit in Deutschland beginnen wollten. Zum Bedauern der deutschen Stellen, betonte Oberländer, sei es nicht möglich gewesen, die Bergbautechnische Fakultät aus Oedenburg an einem Ort geschlossen unterzubringen. Die Professoren und Studenten hätten deshalb in Flugzeugen nach Vancouver in Kanada weitergeleitet werden müssen, wo eine geschlossene Aufnahme räumlich möglich gewesen sei. Uebrigens hätten sich von den 10 500 nach Westdeutschland gekommenen Flüchtlingen etwa 730 für ihre Weiterreise nach Uebersee entschieden. In der Bundesrepublik sind, wie der Minister weiter sagte, bisher Bar- und Sachspenden im Werte von 20 Millionen Mark für Ungarn aufgebracht worden. Als letzte Sachspenden der Bundesregierung seien 2500 Tonnen Weizenmehl gekauft und weitere 2000 Tonnen Fett und 3500 Tonnen Vollmilchpulver über Oesterreich nach Ungarn geschafft worden. 25. IKZ, 21. Dezember 1956 S. 2. UNGARN: WIEDER INTERNIERUNGSLAGER Zwei weitere Freiheitskämpfer hingerichtet Neue Pressezensur / Völliges Chaos der Wirtschaft dmt Budapest, 21. 12. Umrahmt von Weihnachtsliedern, die bislang im ungarischen Rundfunk nicht gesendet werden durften, verkündete Radio Budapest, daß die Regierung Kadar die Internierungslager wieder eingeführt hat, die von der ersten Regierung Nagy im Jahre 1953 aufgelöst worden waren. Gleichzeitig kündigte Justizminister Nez val an, daß der frühere Generalsekretär der kommunistischen Partei Ungarns, Gero, nach Ungarn nur als Angeklagter