Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)
GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER SZÉKESFEHÉRVÁR
veredler und Tabakanbauer", dessen Nachfolger der Wirtschaftsverein des Komitates Fejér wurde. Die Sparkasse (Székes-Fejérvári Takarékpénztár) wurde am 23-sten August 1 845 gegründet. Die Idee der Gründung der Sparkasse kam erst Anfang der 1840-er Jahre, nachdem die Erste Pester Sparkasse und die Pester Handelsbank bereits funktionierten. Die Bank hatte eine besonders wichtige Rolle im Wirtschaftsleben und bei den urbanistischen Entwicklungen der Stadt. Dem geistigen Leben des Reformzeitalters und den Bewegungen der Zivilorganisationen ist es zu verdanken, daß die erste Lebensversicherungsgesellschaft „Első Magvar Költsönös Életbiztosító Intézet" 1846 ins Leben gerufen wurde. Wichtige Rolle bei der Gründung spielte die Sparkasse. Die Lebensversicherung funktionierte nach dem Muster der Hannoversche Versicherung, auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das Institut arbeitete sehr erfolgreich, deswegen wurden später in vielen Städten der Tiefebene und in vielen freien königlichen Städten Vertretungen, Filialen eröffnet. Ab 1848 half auch András Fáy bei den Organisationsarbeiten, nach seinen Plänen hätte die Erste Ungarische Sparkasse die Abwicklung der Finanzen übernommen. Aber die Weiterentwicklung des Institutes konnte nicht verwirklicht werden, die Bank beendete ihre Tätigkeit in dem nächsten Jahrzehnt. In dem Parlament wurde über ein Gesetz über die ungarische Sprache diskutiert. Ahnlich wie in den anderen freien königlichen Städten wandten sich die Székesfehérvárer Bürger an den Stadtrat um die Aufschrift des Stempels verändern zu lassen. Obwohl die Mitglieder des Gremiums hauptsächlich deutsche Namen hatten, schlugen sie trotzdem vor, daß der Stempel eine ungarische Aufschrift haben soll. Die Urkunde mit Hängesiegel vom Ferdinánd V. ließ zu, die Schilderung des Stadtstempels verändern zu dürfen. Der Stempel mit ungarischer Aufschrift wurde am 9-ten August 1845 beglaubigt. In diesen Jahren bekamen die Stadtbürger noch mehr Rechte, ein Beispiel dafür ist unter anderem, daß die Vertreter zur Landesversammlung 1843 von den Bürgern gewählt wurde . Auch zu dieser Zeit ist die Idee geboren, daß die Mitglieder des Stadtrates im Rahmen von Geheimwahlen gewählt werden sollten. Dieser Wunsch wurde dann 1848 erfüllt.