Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)

GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER SZÉKESFEHÉRVÁR

* Die Struktur der Gesellschaft änderte sich auch bedeutend in die­sen Zeiten, sowohl aus Vermögens- als auch aus Religionsaspekt be­trachtet. Nach den Türkenzeiten funktionierten in der Stadt die ka­tholische und orthodoxe Kirchengemeinden. Laut Privilegienurkunde durften nur die katholischen Einwohner eingebürgert werden und in der Stadt ansiedeln. Bis zum Reformzeitalter wurde nur diese Kir­chengemeinde akzeptiert. Die Serben bekamen nur sehr selten Bür­gerrechte, Häuser durften sie nur im Stadtteil Palota, anders gesagt Raizenstadt haben. Die Zahl der Orthodoxen nahm bis Mitte des letz­ten Jahrhunderts ständig zu, dann wurden sie assimiliert und zur Jahr­hundertwende gab es nur wenige. Ihre Kirchgemeinde hatte bis Ende des vorigen Jahrhunderts auch eine Schule. Die Kirchgemeinde der Reformierten wurde 1 824 gegründet, die Fehérvárer gehörten zur Gemeinde in Sárkeresztes. Ihre 1837 gebaute Kirche brannte im September 1 843 ab, die neue wurde am 1-ten De­zember 1844 eingeweiht. Man dachte auch an die Gründung eines Erzbischofssitzes der Reformierten, da sie sich so schön entwickelten (auch materiell). Die Israeliten organisierten ihre Kirchgemeinde im Jahre 1842. Die Mitglieder durften sich Ende der 1830-er Jahre ansiedeln aber nur mit bestimmten Voraussetzungen. Sie kamen nach einer Gesetzesbe­stimmung von 1 840 hauptsächlich aus den umliegenden Dörfern. Ihre Ansiedlung in der Stadt erregte einen schweren und langen Streit. Am heftigsten protestierte die Handelsgesellschaft von Székesfehérvár, weil die meisten Juden vom Handel lebten. Nach der Gründung der jüdischen Gemeinde riefen sie eine Privatschule für Jungen ins Leben, hier unterrichtete der jeweilige Rabbi. Einer der be­deutendsten Führer der Gemeinde war der Rabbi Zipser Mayer, seine zeitgemäße Denkweise führte auch zur Spaltung der Gemeinde. Die die Erneuerungen der Neológén zu behindern unfähige Minderheit gründete 1861 die Orthodox-Partei. Sie erhoben 1870 ihre Kirche. Die jüdische Gemeinde erlebte ihre Blütezeit in den letzten Jahr­zehnten des vorigen Jahrhunderts, nachher - besonders nach 1910 — zogen viele von ihnen nach Budapest.

Next

/
Oldalképek
Tartalom