Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Die Ermittlung
einem Auto oder Motorfahrzeug oder Hubschrauber (sogar dies wurde gesagt!) in der Nacht vom Samstag auf Sonntag nach Szentgotthárd gefahren war. Sie wollten mich überfuhren, obwohl ich in Répcelak war. Später kam ein anderer Ermittlungsbeamter, ein grauhaariger Herr, und verhörte mich mit ruhiger Stimme. Weiterhin blieb ich in der Wachstube. Am Dienstag fragte der Ermittlungsbeamte Virág: 'Was sucht er noch hier, warum wird er nicht in den Knast geworfen?' Da packten mich zwei Polizisten und wollten mich wegschleppen. Ich protestierte, ich war nicht einmal während des Wehrdienstes in Arrest und bin nicht bereit, die Schwelle des Gefängnisses zu betreten. In diesem Augenblick kam der Ermittlungsbeamte Szendrödy die Treppe herunter und setzte der Szene ein Ende und sagte wörtlich: ’Laci - er sprach mich an -, verstehen Sie, bitte, Sie sollen ein bisschen ausruhen. Seit 48 Stunden schlafen Sie nicht und haben nichts gegessen. Legen Sie sich auf die Pritsche, die im Arrest steht, Sie müssen schlafen, Sie haben noch einiges zu tun.' Ich sah ein, dass ich ein bisschen Ruhe brauchte. In der Wachstube verweilten ständig drei bis vier Polizisten neben mir, sie sprachen auch von Kaplan Brenner und dabei benutzten recht viele derbe Wörter. Um sexuelle Verhältnisse ging es aber nicht, sie bemerkten nur auf Männerart, er sei auch Mensch gewesen, Priester und Mann. Aber in diesem Zusammenhang spielten sie auf nichts an. Untereinander schimpften sie nicht über Kaplan Brenner, sie sagten nur, er wäre ein Pfaffe, und zwar ein schmutziger Pfaffe. Manchmal nickte ich für ein paar Minuten ein, sie schrieen mich dann an: ’Was schlafen Sie? Schlafen Sie nicht!' Dank Szendrödy konnte ich vielleicht etwa eine Stunde schlafen. Danach führte man mich in den Polizeihof. Inzwischen rieselte der Schnee. Sechs bis acht Ermittlungsbeamte standen um mich herum in einem Kreis von 3 bis 4 Metern. Der Ermittlungsbeamte Virág zeigte mir den Hut, den man am Tatort gefunden hatte, und drückte ihn mir an die Nase, so dass ich meinen Kopf abwandte. Da brachte man den Hund Kántor, er sollte anfangen zu wittern. Der Hund ging jeden durch, kam auch zu mir und beschnüffelte mich. Ich hatte