Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Mitpriester über den Märtyrer
das Gewebe dieses Rochetts! Eine hervorragende und zugleich einfache Arbeit. Seine Zier ist ein wenig Spitze am Rand der Ärmel und unten. Dieses Gewebe ist das Gewebe eines Menschenlebens, einer persönlichen Geschichte und der Geschichte eines Volkes. Woraus setzt sich ein Menschenleben zusammen? Familie, Erziehung, Bilder, äußere Umstände. In diesem Gewebe, in diesem einfachen Gewebe können wir die gläubige Atmosphäre der Familie bewundern, in der János aufgewachsen war. In diesem Gewebe sind auch die Fäden drin, die die Schule, der Zisterzienserorden und seine Zwangsauflösung eingewoben haben, das alles hat bestimmt Spuren in der Seele dieses jungen Mannes hinterlassen. Dieses Gewebe wurde von jemandem angefertigt, von einfachen Händen, vielleicht von den Händen einer Frau. Das Gewand des Herrn Jesus war von oben her ganz durchgewebt ohne Naht, die Soldaten verteilten unter sich dieses Kleid, in dem wir wohl die mütterliche Fürsorge der Gottesmutter sehen können. Auf ähnliche Weise betrachten wir in diesem Gewebe die Schmerzen und Leiden all derer, die mit János Brenner gemeinsam die Last der 50er Jahre trugen. Dieses Gewebe, dieses Rochett ist ein priesterliches Gewand. In dem Leiden und Schicksal von János Brenner betrachten wir die Verunglimpfungen aller Priester, die in den 50er Jahren gequält wurden. Ein geschichtliches Gewebe ist es, liebe Schwestern und Brüder, das Gewebe eines Menschenlebens und das Gewebe des Schicksals eines Volkes. In der Heiligen Schrift lesen wir folgendes: „Der Faden meines Lebens wurde wie von einem Weber abgeschnitten, er hat kaum angefangen und hörte schon auf.“ Was entdecken wir noch, wenn wir dieses Rochett weiter betrachten? Uns allen fällt wohl zuerst auf, dass es blutig ist. Blutflecken sind daran, es gibt kaum einen Platz, der sauber, weiß geblieben wäre. „Durch das 171