Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

Gewebe der Geschichte blutet manchmal die Liebe Christi“ - sagt der Dichter János Pilinszky. In diesem blutigen Gewebe sind die vielen Qualen und Schmerzen. Jetzt können wir uns lebensnah vielleicht vorstellen, wie grausam es damals in jener Nacht, in der Nacht vom 15. Dezember, geschehen war. Qual und Schmerz. Ein junger Mann, ein reiner und gutherziger junger Mann, der kaum 26 Jahre alt war, opferte sein Leben für Christus auf. Dieses Blut, das wir an diesem Rochett sehen, erinnert uns und schreit schmerzlich. Und schmerzlich schreien auch wir. Wie ist es möglich? Wie kann so etwas geschehen? Wie konnte ein Regime existieren, das die besten Menschen als Staubkörner zermalmte? Aber diese Qual und dieser Schmerz ist von anderer Art. Bislang war er äußerlich, jetzt wird er aber zum inneren Schmerz. Wenn wir dieses Leid anschauen, liebe Schwestern und Brüder, fühlen wir uns auch klein, und sogar als Sünder. 1923 schrieb Mihály Babits zum 100. Geburtstag von Sándor Petőfi das Gedicht „Die Kränze von Petőfi“. Dort schreit er schmerzlich auf: „Wo ist das Auge, das ihm ins Auge zu schauen wagt? Wo ist der Mund, der sein Gedächtnis aufrichtig verkünden dürfte?“ Im Gedicht von Mihály Babits geht es darum, dass es keinen würdigen Menschen gibt, der Petőfi, dessen 100. Geburtstag gefeiert wird, ins Auge sehen könnte. Wir stehen auch auf ähnliche Weise da angesichts dieses Schmerzen und dieser Qual. Wir sind nicht würdig derer zu gedenken. Die Qual und der Schmerz gehörten nicht nur ihm, sondern auch uns. Und wenn wir, junge Priester, seine Verehrer und die Gläubigen seiner gedenken, ist es gut, uns zu besinnen. Glauben wir denn, dass es sich lohnt, unser ganzes Leben hinzugeben? Betrachten wir weiter dieses Rochett, liebe Schwestern und Brüder! Ein Wort aus der Heiligen Schrift hilft uns wieder. In der Apokalypse lesen wir, dass die Ältesten auf die Schar der Geretteten zeigen: „Sie haben ihre Kleider im Blut des Lammes 172

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