Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Bekenntnisse

1948 lebten wir zu Hause zusammen. Danach ging mein älter­er Bruder László nach Zirc, ihm folgte mein Bruder János, soviel ich weiß 1949. Als Erwachsene trafen wir uns seltener, aber wenn wir zusammen waren, herrschte immer eine gute Stimmung... Ich glaube, es gab keinen großen Unterschied zwischen uns und den anderen Jugendlichen... Vielleicht einen: wir hatten keine Frauenbekanntschaften. Damals gab es keine Koedukation, wir besuchten die Jungenschule. Ich sage immer, ein Mädchen aus der Nähe sah ich zum ersten Mal, als ich in die Schule ging, Unterricht zu geben. Bis dahin nicht. László Brenner - Sie als ältester Bruder entschieden sich zuerst für das Priestertum. Wieweit beeinflusste Ihre Entscheidung die Berufung Ihrer Brüder?- Ich glaube nicht, dass meine Entscheidung einen besonderen Einfluss ausgeübt hätte, eher die Frömmigkeit der Familie und meiner Eltern. Besonders die meines Vaters. Die Frömmigkeit eines Mannes ist immer von großer Bedeutung. Ohne die Frömmigkeit der Mütter gibt es zwar kein geistliches Leben, aber wenn ein Mann fromm ist, macht er einen größeren Eindruck als die Mutter. Wir wohnten in einem Zimmer während unserer Gymnasialzeit. Einmal sagte ich meinem Bruder János: Komm, werde auch Priester! Er erwiderte: Aber wie, alle können nicht Priester werden! Es blieb dabei. Ich trat in Zirc ein und wir hielten Briefkontakt. Einmal kam ein Brief von ihm, ganz unerwartet: Ich habe überlegt und gehe auch nach Zirc. József Brenner- Priester sein ist Berufung, dazu kann man keinen anregen. Oft predige ich darüber, dass mein Vater das zehnte Kind in der Familie war und die Großmutter gern gesehen hätte, dass er 124

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