Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Bekenntnisse

Videofilm zum 40. Todestag von János Brenner- Auszüge -Generalvikar József Brenner 1948 wurden die Schulen säkularisiert. Mein ältester Bruder László machte gerade Abitur und ging nach Zirc. János, mein Zweitältester Bruder, besuchte damals die sechste Klasse. Die siebte Klasse absolvierte er im säkularisierten Prämonstratensergymnasium, aber diese Schule war nichts für ihn. Ein Beispiel: Einen Aufsatz in ungarischer Literatur schloss János mit dem Satz: „In einem gesunden Körper ist eine gesunde Seele.“ Der Lehrer unterstrich das Wort „Seele“ und schrieb mit roter Tinte ein Fragezeichen dazu (wo ist die Seele?). Damals wurde in Zirc ein seminarähnliches Gymnasium errichtet, János ging dorthin, wo er auch sein Abitur machte. Danach trat er ins Kloster ein. 1950 wurden die Orden und Klöster zwangsaufgelöst, auch die der Zisterzienser. Die Mönche versuchten, die Novizen zu verber­gen. Einige wurden auf Hochschulen, andere, unter ihnen auch János, ins Zentralpriesterseminar nach Budapest geschickt. Károly Kerekes O. Cist. 1950 lernte ich János als „Feldtheologen“ im Schuljahr 50/51 kennen. Dieser Ausdruck wurde früher nur für Juristen ver­wendet, später aber auch für alle, die auf keine theologischen Hochschulen aufgenommen wurden, weil sie wegen ihres „sozialen Hintergrundes“ - so hieß es damals - nicht geeignet waren, vor Menschen als Lehrer, Erzieher und Volksbildner aufzutreten. Ich erinnere mich an diesen netten, jungen 110

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