Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Ermittlung

zu, er hatte den Kaplan herausgerufen, aber über seine Auftraggeber verriet er nichts. Es ist aber festzustellen, dass der damals 17jährige junge Mann mit dem Mord etwas zu tun hatte. Welche Rolle er aber dabei genau spielte und wer seine Auftraggeber waren, sagte er nie. Nach der Wende befasste sich die Zeitschrift „Vasvármegye“ („Komitat Vas“) mit dem Priestermord in Rábakethely. Tibor Kóczán lebte damals in Zalaegerszeg, wo ihn die Journalisten aufsuchten und über die Sache Fragen stellten. Nach wie vor sagte er: „Ich wage nicht zu reden, meine Auftraggeber sind noch am Leben und ich habe Angst. " Am Schluss der Ermittlung machte einer die Bemerkung: „Jetzt wurde der Seligsprechungsprozess von János Brenner vollzo­gen.“ Das Leben des lauteren Priesters, der Gott reinen Herzens in Treue diente, wurde für alle offenbar. Merkwürdigkeiten in der Ermittlung Die Ermittlungsakten haben wir nirgendwo gefunden. Ein Teil des gerichtlichen Prozessmaterials liegt in verschiedenen Archiven, einige Dokumente fehlen jedoch. Zwei interessante Akten sind beachtenswert. Die eine wurde 1958 in der Sache von Ferenc Tóka vom Obersten Gericht der Ungarischen Volksrepublik ausgefertigt. Es ist interessant, dass am Rande des Schreibmaschinentextes und auch zwischen den Zeilen viele handgeschriebene Korrekturen und Ergänzungen hinzugefügt sind. Der Gerichtsbescheid wurde von Ratspräsidenten Dr. Imre Lakatos, Sachbearbeiterrichter Dr. Géza Kádár und Richter Dr. Sándor Béres getroffen. War etwa ihre Arbeit nicht angemessen? Waren diese Ergänzungen deswegen 101

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