Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Ermittlung

bekannte seine Tat, dann spielte er die Straftat nach. Ferenc Tóka wurde zweimal von zwei Gerichten zum Tode verurteilt. Nach drei Jahren Gefängnis wurde er freigesprochen, rehabili­tiert und entschädigt. War er etwa der Mörder? Vielleicht wurde er gezwungen, den Mord zu bekennen? - Wenn nicht er, wer tötete dann den Kaplan? Der zweite Verurteilte Tibor Kóczán, der János Brenner herausrief, ging in der Nacht des Mordes mit blutigen Hosen und Schuhen nach Hause. Seine Mutter forderte eine Erklärung über die Geschehnisse. Sie sprach darüber auch im Dorf. Nach einigen Monaten erschoss ein Soldat neben der Grenzwachenkaserne in Rábakethely „aus Zufall“ die Mutter, die gerade auf dem Maisfeld hackte. Als der Grenzbeamte zur Verantwortung gezogen wurde, berief er sich darauf, er hätte auf einen Vogel gezielt. „Der Mörder ist auch nach 9 Jahren Mörder!“ - unter diesem Titel berichteten die Zeitungen im Frühling 1966: Es wurde der zweite Mörder von János Brenner gefunden, ein Halbwüchsiger, der ihn damals aus dem Pfarrhaus heraus­gerufen hatte. Wegen weiterer Verbrechen bekam er 7 Jahre. Er spielte auch den Mord nach. Seine Sache wurde vor dem Hauptstadtgericht in Budapest verhandelt. Danach kam ein großes Schweigen. Schon früher gab man acht, dass die Sache möglichst wenig an die Öffentlichkeit gelangte. Nach seiner Befreiung antwortete Tibor Kóczán denen, die ihn danach fragten, wer ihn beauftragt hatte, den Kaplan zum Kranken zu rufen: „Ich wage nicht zu reden, meine Auftraggeber sind noch am Leben und ich habe Angst!“ Er gab 100

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