Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 29. (Budapest, 1992)

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK

Gergely Csiky (1842-1891), der erfolgreichste ungarische Dramatiker der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, wurde vor 150 Jahren geboren. ADRIENNE DARV AY NAGY analysiert sein weniger bekanntes dreiaktiges Stück, Schöne Mädchen. Das Leben der zwei Geschwister entwickelt sich in entgegengesetzter Richtung: die Möglichkeit ist das Hurenschicksal oder die Armut in Anständigkeit. Der Aufsatz zeigt auch jene Verän­derungen auf, die das bittere, Zolas Einfluß spiegelnde Schauspiel später (den Publikums­ansprüchen gemäß) zum Volksstück mit Gesang entstellten. Theatergeschichte LIANA PETROVAs Aufsatz, Der Einfluß der Kossuth-Emigration auf die bulgarische Bühnenkunst bestätigt, daß die Emigranten der ungarischen bürgerlichen Revolution und des nationalen Freiheitskampfes 1849 in dem damals zum Türkischen Reich gehörenden Bulgarien, in der Stadt Viddin nur noch einen Vortragsabend, aber 1850 in Sumen auch schon Theateraufführungen unter der Leitung von Gábor Egressy, dem Schauspieler-Re­gisseur des Budapester Nationaltheaters inszeniert hatten, die dann von der bulgarischen Bevölkerung besucht wurden. Szava Dobroplodni, Professor der Schule zu Sumen und Freund der Emigranten, verfaßte 1853 (teils unter dem Einfluß der Aufführungen) die erste bulgarische Komödie. TAMAS GAJDO bearbeitete ein unbekanntes Kapitel der ungarischen Theatera­vantgarde: Irén Felds Ensemble in der Budaer Arena (Herbstsaison, Okt.-Nov. 1917). Der Versuch der Schauspielerin, Strindberg einzubürgern, blieb in dem Theater für 1200 Zuschauer zur Zeit der Rezession des ersten Weltkriges notwendigerweise erfolglos, obwohl auch Stars mitgewirkt hatten, und bewährte Dramatiker ebenfalls aufgeführt wurden. (Mit vollständigem Spielplan und der Liste des Ensembles.) JÓZSEF KÖTÖ untersuchte die Schauspielkunst der von Ungarn bewohnten sieben­bürgischen Stadt Székelyudvarhely (jetzt Odorhei, Rumänien) in der Zeit zwischen 1918 und 1940. (Mit der Liste der auftretenden Schauspieler — 174 Personen.) SÁNDOR ENYEDI stellt in seiner Abhandlung, Die Lage der professionellen unga­rischen Schauspielkunst in Jugoslawien zwischen den zwei Weltkriegen fest, daß die Möglichkeiten nach dem Friedensvertrag zu Trianon (1920) da shlechter waren, als in der Tschechoslowkei und Rumänien, obwohl im historischen Ungarn schon seit 1813 Vorstel­lungen in serbischer Sprache inszeniert wurden. 1927 hatte man in der Stadt Zombor (jetzt Sombor, Serbien) die professionellen Aufführungen nach drei Wochen verboten. Zu späteren Aufführungen kam es weder hier, noch in anderen, von Ungarn bewohnten Städten der Region, obwohl man 1938 ernst genommene Verhandlungen zur Förderung der Theaterverbindungen führte.

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