Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 27. (Budapest, 1990)

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK

mehr als zwanzig Possen und Lustspiele zeitgenössischer französischer Autoren ins Ungarische. Sie wurden sofort aufgeführt. Der Beitrag will beweisen, daß diese Übersetzungen für Molnár gleichzeitig Fingerübungen für seine spätere Bühnen­sprache und Dramaturgie waren und zu deren Entwicklung und Verfeinerung in großem Maße beitrugen. Deshalb werden im Beitrag die formalen und strukturellen Konstruktionen der Stücke untersucht. Der Autor vergleicht den Originaltext, die Übersetzung und das Regiebuch der entstandenen Aufführung miteinander. Mit dieser Methode untersucht er Robert de Flers' Jiuridans Esel" (L'ane de Buridan) und Gaston Armand de Caillavets ,JPapa" (Papa). Bei der Analyse zeigt sich, wie flexibel Molnár mit dem ihm anvertrauten Stoff umging, und wie konzentriert und selbstsicher er an den von ihm für wichtig gehaltenen dramaturgischen Punkten änderte. Er wollte damit zweierlei erreichen. Zunächst wollte er den dramatischen Stoff wirkungsvoller und markanter gestalten. Sein zweites Ziel ging über die Literatur hinaus. Er paßte die Stücke dem Profil des Lustspieltheaters, dessen Spielplanpolitik und Spielstil an und berücksichtigte die konkreten Bedingungen, von der Person des Regisseurs bis hin zu den Gegebenheiten der Schauspieler. Die Regiebücher sind glänzende Beweise dafür, daß Molnár neben dem Regisseur aktiver Instruktor bei den Vorbereitungen der Aufführungen war. Der Text wurde aufgrund seiner Anmerkungen auch noch während des Probenprozesses verändert. Zum Schluß gibt der Autor einen Überblick über das Echo der Aufführungen in der Presse. Daraus kann man zu Teil ermessen, welche von den Lösungen des Übersetzers sich auf der Bühne bewährt haben. ISTVÁN FRIED: „DAS LETZTE ABENTEUER" VON SÁNDOR MÁRAI J)as letzte Abenteuer" (Kaland) von Sándor Márai (1900—1989) führte das Kam­mertheater des National theaters in Budapest am 16. Dezember 1940 in einer ausgezeichneten Besetzung auf. Das Stück des Prosaisten Márai, der mit seinen Romanen nicht nur im ungarischen Sprachgebiet, sondern durch Übersetzungen auch in der Tschechoslowakei, Frankreich, Deutschland und der Schweiz schon bedeu­tenden Erfolg hatte, erregte großes Aufsehen. Im darauffolgenden Jahr wurde die Vorstellungsserie fortgesetzt. Deutsche Theateragenturen sicherten sich die Option an dem Stück für 31 Theater im deutschen Sprachraum. 1943 wurde das Stück in Hamburg, Helsinki und Bern aufgeführt. Der Autor unternimmt den Versuch, diesem Publikums- und Kritikererfolg auf den Grund zu gehen. Dabei stellt er fest, daß Márai, indem er sein Stück im ärztlichen Milieu angesiedelt und dazu ein Liebesdreieck bzw. -fünfeck-Schema als Hintergrund geschaffen hatte, das Bedürfnis jenes Publikums befriedigte, das in den Konflikten der Konversationsstücke die theatralische Umsetzung von echten Konflikten zu entdecken glaubte. Márai ging aber ganz bis auf Ibsen zurück. Bei ihm gehen die reale Milieuschilderung und der reale Ausgangspunkt schnell in den

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