Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 27. (Budapest, 1990)

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK

Motive seiner Kunst. In dem Beitrag wird Némeths Bánk bán-Inszenierung analysiert. Diese Arbeit dient als erster Schritt zu einer späteren Studie über sein Lebenswerk. Im März 1936 überrascht der damals 33jährige Direktor das Protokoll-Pub­likum des konservativen Nationalstheaters mit einer wagemutigen Aufführung. Vor dem an naturalistische Lösungen gewöhnten Publikum ragte eine gezeichnete Turm­konstruktion ohne Seitenwände in die Höhe. Die mit Treppen geteilte, drehbare Architektur überschritt den Bühnenbild-Charakter, sie erhielt eine dramaturgische Funktion. Damit erscheint auf der ersten Bühne der Nation ein bis dahin unbekannter Theaterstil. Németh nennt diesen Inszenierungsstil Neorealismus. Der dramatische Text verliert zwar auf der Bühne seinen eigenen Wert, aber der geistige Gehalt des Werkes durchdringt alle Komponenten der Aufführung: er bestimmt den Regiestil und auch die schauspielerische Gestaltung. Im Zeichen dieses Stils entsteht die Bánk-Aufführung. Sie vereint die Achtung des Naturalismus vor dem Text und die Theatralität der Avantgarde in einer neuen Qualität. In zwei wichtigen Vorstudien erscheinen die Grundmotive der Aufführung: in der Produktion des Regisseurs in Szeged im Jahre 1930 und in den Faust-Ent­würfen von 1931. Aus der ersten übernahm er den durch Beleuchtung gegliederten Rahmen und aus der letzteren die Idee des auf der Drehbühne aufgestellten Turms. Bei der Analyse dieser Vorstudien wird kurz auf die zwei Saisons in Szeged, die deutsche Einflüsse widerspiegelnden, antinaturalistischen Inszenierungen des Regis­seurs sowie seine Theaterausstellungen eingegangen. Der Autor will damit auf beide Aspekte des Schaffens vont Antal Németh andeuten: den Theaterkünstler und den Theatertheoretiker. ANDRÁS BÉKÉS: ERINNERUNG AN LILI NEMÉNYI UND ÁRPÁD HORVÁTH (Festrede, gehalten bei der Einweihung des Gedenkzimmers im Heimatmuseum in Pesterzsébet) Am 24. November 1984 wurde das Nemenyi-Lili-Gedenkzimmer in Pesterzsébet eröffnet. Der letzte Wille der Künstlerin war es, daß die Nachwelt ihr Andenken und das ihres Mannes Árpád Horváth würdig bewahrt. In seiner Einweihungsrede rief András Békés im persönlichen Ton des nahen Freundes seine Erinnerungen an die zwei namhaften Künstler wach, an Árpád Horváths begeisterten Glauben ans Kommen einer neuen, demokratischen Gesellschaftsordnung, seine illegale Tätigkeit, sein rätselhaftes Verschwinden, später das bewußte Vergessen seiner Person, wogegen Lili Neményi nicht ganz vergebens ankämpfte. András Békés erinnert an Lili Neményis berühmte Primadonna-Rollen sowie die Neményi-Stiftungen.

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