Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 27. (Budapest, 1990)
IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK
Am 26. März und 16. April 1910 führte das Budapester Ungarische Theater „Der Feldherrenhügel" (Csákó és Kalap) von Alexander Roda-Roda/Carl Rössler und „Das Konzert" (A koncert) von Hermann Bahr auf. Das Genre der Stücke und ihre dialogorientierte Struktur paßten ins Repertoire des Theaters auf dem Isabella-Platz. Der Regisseur und Bühnenbildner des „Feldherrenhügel" war László Márkus, der Chefregisseur des Theaters. „Das Konzert" inszenierte — ebenfalls in der Ausstattung von László Márkus — der vom Lustspieltheater neu engagierte Sándor Góth. Góth spielte auch eine der Hauptrollen im Stück. Im vorliegenden Beitrag werden diese Aufführungen aufgrund von 2 Regiebüchern rekonstruiert. Beim Entwurf der Bühnenbilder zu den Aufführungen strebte der von der bildenden Kunst inspirierte László Márkus die Harmonie von Farben und Formen an. Márkus übertritt dabei die Grenzen des naturalistischen Stils nicht, sondern versucht nur in dessen Rahmen neue Lösungen zu finden. Das Regiebuch zum „Feldherrenhügel" besteht größtenteils aus Notizen, die Bühnentabeaus beschreiben. Für László Márkus ist die Visualität das Wichtigste in der Aufführung. In sein Regiebuch notiert er selten Instruktionen für die Schauspieler. Das andere, zu diesem im Gegensatz stehende Regiestil, der im Ungarischen Theater ein Novum darstellte, im Lustspieltheater aber bereits seit vierzehn Jahren Praxis war, war die Methode von Sándor Góth. Er bot eine detaillierte Darstellung, indem er die Aktionen der Schauspieler genau ausarbeitete und die Bühnenpointen hervorhob. Über Lázló Márkus' Tätigkeit am Ungarischen Theater zwischen 1908—1923 ist das Regiebuch zum „Feldherrenhügel" das bisher einzig bekannte, welches auch vollständig ausgearbeitet ist. Über Sándor Góths andere, übrigens wenig erfolgreiche Inszenierungen auf dem Isabella-Platz sind gleichfalls keine weiteren Dokumente erhalten geblieben. GÁBOR KOVÁCS: ANTAL NÉMETHS BÁNK BÁN-INSZENIERUNG AM NATIONALTHEATER IM JAHRE 1936 Das Lebenswerk und die kulturelle Rolle Antal Némeths wurde in der vergangenen Zeitperiode verdrängt. Erst ab der zweiten Hälfte der 80er Jahre ist wissenschaftliches Interesse für sein Lebenswerk zu beobachten. Seine Rolle und Stelle in der Theatergeschichte blieb bis heute ungeklärt. Die Laufbahn dieses bedeutenden Theaterkünstlers des 20. Jahrhunderts stützt sich auf die Neueinschätzung von drei klassischen Werken (József Katona „Bánk bán", Mihály Vörösmarty „Csongor és Tünde", Imre Madách „Die Tragödie des Menschen"). In seinen Inszenierungen dieser Stücke entfalten sich die wichtigsten