Kerényi Ferenc: Pécs szabad királyi város német és magyar színjátszásának forrásai a Baranya megyei levéltárban, 1727-1848 (Színháztörténeti könyvtár - Új sorozat 26., Budapest, 1992)
A SZÍNHÁZTÖRTÉNETI FORRÁSOK ÉS LELŐHELYEK ISMERTETÉSE
einem der leerstehenden Grundstücken am Hauptplatz verwirklichen. Er erträumte sich solch einen Gebäudekomplex, der aus Theater, Gasthof, Kaffeehaus und aus einem Saal - "in dem getanzt wird" - bestanden hätte. Diesen großartigen Plan unterstützte am Anfang auch der Senat begeistert, aber der geplante Gebäudekomplex hätte leider wieder kirchliches Interesse verletzt, denn kaum 100 Meter entfernt davon stand das alte Pfarrhaus. Bischof Ignac Szepessy war nicht bereit, in einem fast 2 Jahre lange dauernden Tauziehen um den Gebäudekomplex Balde nachzugeben. So verließ der eines besseren Loses würdige Kaufmann entgültig die Stadtmauern. Aber seine Pläne blieben nicht unausführbar, weil sobald er aus der Stadt abwanderte, machten sich die Bürger fieberhaft an die Arbeit, um die Pläne von Balde zu ihrem eigenen Nutzen zu verwirklichen. Deshalb gründeten die wohlhabenden Bürger das "Fünfkirchner BürgerCasino", das damals noch eine Gesellschaft hauptsächlich deutschsprachiger. Einwohner war. Zu dieser Zeit sprachen sie nocht nicht über ihr Bestreben, eine Theatergesellschaft zu gründen, aber ihre ersten Schritte steuerten doch in dieser Richtung. Als das Grundstück an der Ostecke des Hauptplatzes schon ihnen gehörte, nur dann begannen sie das Ringen mit den lokalen Kräften. Vergeblich protestierte Bischof Szepessy mehrmals energisch, das Bürgertum blieb konsequent zu seinen Vorstellungen. Die Pläne des deutschsprachigen Bürgertums, 1838 ein Theater zu gründen, wurden durch die Konstituierung des Fünfkirchner NationalCasino neuerlich gefährdet. Nämlich das Natiohal-Casino sah in erster Linie in einem eigenen Theaterbau die Verwirklichung seines Kampfes für die Nationalkultur. So entstand in der Stadt eine neue Spannung zwischen den zwei Casinos, die verschiedenen Interessen vertraten. Im Hintergrund dieser Gegensätze versteckten sich Spannungen zwischen der ungarischen und deutschsprachigen Bevölkerung sowie zwischen den Ständen des Komitates und den verschiedenen Interessen XLIX