Horler Miklós szerk.: Vas megye műemlékeinek töredékei 2. Magyarszecsőd - Zsennye (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 6. Budapest, 2002)
Függelék - Baufragmente der Kunstdenkmäler vom Komitat Vas (Pál Lővei)
Paralell mit der Anmeldung der französischen Frühgotik zum Ende des 12. Jahrhunderts, dann mit der Verbreitung der klassischen Gotik ist eine andere wichtige Tendenz in der ungarländischen Architektur des 13. Jahrhunderts wahrzunehmen, nämlich die Spätromanik. Die zwei Richtungen können nicht immer eindeutig voneinander unterschieden werden: die Wirkung aufeinander gilt in der Verbreitung der Gewölben vom gotischen Charakter oder in der Erscheinung der romanischen Verzierungsweise, an den die Charakterzüge der Gotik zeigenden Gebäuden. Die wichtigsten Werkstätte der Spätromanik in Ungarn - mit der eindeutigen Zurückgedrängtheit der Vorbildrolle des königlichen Hofes - tauchten an den Bauen der ihre Blütezeit erlebenden Sippenklöstern auf. Bedeutende Veränderungen brachte zu der Zeit die neuartige Verzierungsweise des weit früher ausgebildeten, dreischiffigen, querhauslosen Kirchentyps mit westlichem Turmpaar. Ein charakteristisches Element dieses Typs ist die auch in Polen und in Böhmen verbreitete Westempore zwischen den Türmen, die anschließend an dem Turm oder abhängig davon - in zahlreichen, kleineren Dorfkirchen aus dem 12.-13. Jahrhundert vorhanden ist (Abb. 25), oder mindestens die Spuren davon aufzufinden sind. Früher wurde es für den abgesonderten Aufenthaltsort der Patronatsfamilie („Herrschaftsempore") gehalten; heute wird von der Wissenschaft eher ihre in der Liturgie besetzte Rolle betont. Eine einstig anwesende Kapelle ist zu vermuten falls zu berechtigen in dem westlichen aus einem Turm oder aus Türmen und einer Empore bestehenden Kirchenteil oder im Geschoss des Turmes, mit einem größeren Bogen ins Schiff sehend. 61 Die Turmhalle konnte auch als Bestattungsort der Patronatsfamilie eine vorrangige Rolle bekommen - wegen der bisher noch fehlenden Grabungen ist es unkontrollierbar, auf Grund der Ikonographie von seinen Fresken, logischen Vermutungen nach hätte die südliche Turmhalle in Ják einem solchen Zweck dienen können. 62 Die Pernauer und Jáker Hauptlinie des Geschlechts Ják stiftete gegen 1220 das Benediktinerkloster in Ják. (Abb. 26) Die Tätigkeit der zweiten, den anfänglichen, bereits einen anspruchsvollen Plan verändernde, bei dem Bauen und der Bauskulptur bedeutende Werkstatt ist zwischen 1230-1245 zu datieren. Die architektonische Gliederung des dreischiffigen mit Chorquadrat erreicherten und mit einer Apsis schließenden Sanktuariums und der beiden Seitenapsiden beziehungsweise des zwischen dem westlichen Turmpaar mit den Apostelgalerien und der Reihenfolge von Statuen verzierten Portals von mannigfaltiger Ornamentik machen ihrer Zeit diese Kirche zum Denkmal von reichster Fassadenornamentik. (Abb. 27-28) Ihre frühesten Details können mit der gleichfalls reich verzierten Kirche vom niederösterreichischen Schöngrabern in Verwandtschaft gebracht werden. Die weiteren Beziehungen der die zweiten Werkstatt treffenden stilistischen Wirkungen melden sich in Deutschland, am Bamberger Dom 63 und an der Ornamentik der Marienkirche in Gelnhausen. In diesem Zusammenhang sind die Bamberger Verhältnisse der aus dem bayrisch-kärntnerischen Andechts-Meran Geschlecht stammenden Königin Gertrudis, der Frau vom König Andreas IL, und deren Brüdern bemerkenswert. An den Stil der Jáker Steinmetzarbeiten ist es schwer die Weiheangabe aus dem Jahre 1256 anzuschließen, daraus lässt sich eher einer längeren Pause im Bauen folgende, schnell „fertiggemachte" Vollendung folgen. 64 Die Jáker Kirche war auf die vom zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts bekannten Architektur der ost-österreichischen Gebiete (Pfarrkirche, Wiener-Neustadt; westliche