Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
Bodenniveau der Kapelle zutage gekommene Examplar schon eine Fälschung ist, dürfen wir keineswegs damit rechnen, dass es vor dem Jahre 1370 in die Erde geriet. 130. Kumorovitz 1963. 122. 131. Seit der Freilegung der mit Strausshelm verzierten Deckplatte des früheren Wandbrunnens des oberen Hofes im Jahre 1955 verschieb sich die Datierung immer mehr in die Epoche von Ludwig dem Grossen (1342-1382). 1958 veröffentlichten die Ausgräber in MMT 5. eine noch sehr komplizierte baugeschichtliche Theorie, wodurch die Hervorhebung der architektonischen Einheit des Palastes auch im späteren wegfiel. Die Daüerungsprobleme traten in erster Linie bei den Brunnen zutage. Die Mitteilungen von Ernő Szakái - obwohl er seine Altersbestimmungen näher nicht begründet hatte - legten auf die AnjouZeit, genauer auf die Epoche Ludwig dem Grossen einen Nachdruck. Ernő Marosi äusserte sich im MLKat 1982 schon umsichtiger, die Tatsache aber, dass die Brunnen im Katalog behandelt worden sind, ist selbst eine Stellungnahme für die Datierung in die Epoche von Ludwig dem Grossen. Gegen die fehlerhafte Vereinfachung - ,,Strausskopfhelm-Verzierung=Epoche von Ludwig dem Grossen" - trat zuletzt Iván Bertényi auf {Bertényi 1986. 59-60). Diese Helmverzierung konnte nicht nur von jedem Mitglied des Anjou-Hauses in Ungarn verwendet werden, sondern auch von König Sigismund - 1387-1437 - (Szabolcs de Vajay: D'héraldique image de la psychologie sociale Estratto dagli ,,Atti" dell Accademia Pontaniana. Nuova Serie Volume XVI. Napoli 1967. 10). Alle schriftiichen Quellen, in denen der Palastbau erwähnt wird, nennen Sigismund den Auftraggeber: 1552. Paulus Jovius: ... villa regia visitur, ad voluptarios secessus inchoata antiqus a Sigimundo Caesaré, ... 1577. Salamon Schweigger: ... sollein schön Königlich Lusthaus und Garten gewesen seyn, von Keyser Sigmund angefangen ... 1587. Reinhold Lubenau: ... Keiser Sigismundus dies palatium haben angefangen zu bauen ... (Balogh 1966. I. 226-227.) Mátyás Szőke machte mich auf Angaben aufmerksam, laut deren König Ludwig I. und seine Frau zu Ende der 1370-er Jahre in der Umgebung ihrer Visegráder Kurie Grundstücke kauften: Am 25.04.1378 kaufte die Königin Elisabeth die Jüngere eine in dem deutschen Stadtteil liegende Kurie, zu der auch ein Steinhaus und andere Gebäude gehörten, vom Tamás, dem Sohn von Vesszős für 432 Gulden, sie gab es den Meistern István, János, Miklós und László, den Söhnen des ehem. Banus Miklós Lendvai als Tausch für das Haus, das neben ihrer Visegráder Kurie stand (pro domo ipsarum prope curiam nostrum Wissegradiensem habita et existebti): Dl. 65.23. Der andrere Fall ist aus einem Prozess vom Jahre 1385 bekannt: hier geht es um ein Haus, das bis 1342 in königlichem Besitz war, und zu dieser Zeit - am 10.03.1342 - schenkte es König Karl Robert (1301-1342) Pál Ugali, Protonotarius des Hofrichters (iudex curie), der auch bis dahin drin wohnte. Mátyás Bissenus-Nezdei, einer von den späteren Erben verkaufte dann vor 1385 dem König dieses Haus (Hazai Okmánytár DJ. Hrsg. : Nagy, Imre - Pour, Iván - Rath, Károly - Véghelyi, Dezső. Győr 1866. Nr. 180.) Die am 24.05.1375 von dem Budaer Kapitel herausgegebene Urkunde hilft das Datum des Hausverkaufes bestimmen, laut deren Vilmos, Sohn von Miklós Ugali, Domherr in Székesfehérvár (Stuhlweissenburg), seine Häuser in Visegrád und Fehérvár seinem Neffen, Andreas Literátus, dem Sohn von Tamás Németi schenkt [Dl. 106815., Kopie aus dem 18. Jahrhundert: Bakács, István: Iratok Pest megye történetéhez (Schriften von der Geschichte des Comitates Pest). Budapest 1982. 895.]. Da dieses Visegráder Ugali-Haus mit dem 1385 erwähnten aller Wahrscheinlichkeit nach identisch ist, lässt es sich vermuten, dass der König das Haus in der Zeitspanne von 1375 bis 1385 gekauft hatte. Der König und die Königin - im Falle von einem der beiden ist es sicher, von dem anderen nur annehmbar - brauchten das benachbarte Grundstück wegen der Erweiterung der Kurie. Der aus der ersten Urkunde folgende, nach 1378 datierte Arbeitsbeginn stimmt mit der archäologischen Datierung der zweiten Periode des Palastes vollkommen überein. Der Bau kann auf dem von den Banfi's gekauften Grundstück 1378 noch kaum begonnen sein, weil das Geschäft erst am 4. Juni mit der Eintragung der Bánfi's in ihr neues Haus abgeschlossen war (Dl. 41.28.). 132. Holl, Imre: Négysaroktornyos szabályos várak a középkorban (Vierecktürmige, regelmässige Burgen im Mittelalter). AÉ ni (1984) 211-212. 133. Zumindest die das Erdgeschoss und obere Geschoss durchbrechenden grossen Fenster erinnern sehr wenig an das Öffnungsystem einer Burg. 134. Ferenczy, Károly: A diósgyőri várrom építészeti restaurálása és műemlékvédelme (Die architektonische Restaurierung und Denkmalschutz der Diósgyőrer Burgruine). MMv IX. Budapest 1984. 163-249.; Abb. 138-139.