Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Stelle der freigelegten, schmalen Verbindungsmauer gelaufen sein, als östliche Stützmauer wurde die mittelalterliche Scheidenwand des Ostflügels gebraucht, offensichtlich wesentlich erneuert. Der Abdruck des über dem Keller gebauten Daches ist an der westlichen Mauerfläche auch heute noch sichtbar. Die hinter der Nord-Süd-Mauer freigelegten Schichten sind schwer zu deuten. Miklós Héjj legte hier zwischen den Felsen und dem spätesten mittelalterlichen Fussboden drei Mörtelschichten, beziehungs­weise deren Bruchstücke, entlang die Mauern frei. Er interpretierte sie in jedem Falle als Fussboden­niveau. In der Kammer unter dem Treppenabsatz blieb eine Wandnische mit Steinrahmen, deren waagerech­ter Rahmenstein an dem heutigen Bodenniveau liegt, ferner die Spur einer zugemauerten Tür in der südli­chen Wand erhalten (MMT 5. 1958. 436.). Die zu ihnen gehörende Niveauhöhe entspricht der in dem Treppenhaus freigelegten, von unten auf dritten Mörtelschicht, die cca. um 60 cm unter dem heutigen Bo­den zum Vorschein kam. Weiteres Problem bedeutet, dass die nördliche Mauer des Treppenhauses mit dem in ihm vorhandenen Gewölbekragstein gleichaltrig zu sein scheint. Dieser Kragstein trägt das Ge­wölbe des Raumes I. der dritten Periode. Auch das Treppenfundament stammt wegen der Grösse der dar­in angewendeten Ziegeln lieber aus der dritten Periode. Aufgrund dessen kann man mit höchster Wahr­scheinlichkeit nach vermuten, dass das Treppenhaus in seiner heutigen Form in der dritten Periode gebaut wurde. Die Tür der unter dem Treppenabsatz befindlichen Kammer und die damit zu gleicher Zeit gebau­te Tür des südöstlichen Ecksaales stammen zwar eindeutig aus der zweiten Periode, jene Mauern aber, in denen diese Rahmen eingebaut sind, wurden schon nach dem Abtragen der Nord-Süd gerichteten Scheidewand von dem Niveau des heutigen Gehniveaus an völlig umgebaut. Zur Zeit der dritten Periode kam auch an anderen Orten des Palastes vor, dass frühere Öffnungsrahmen in Räumen von untergeordne­ter Rolle viederverwendet wurden. In den Unterbau des Abortturmvorraums des Nordostpalastes wurde während der dritten Periode ein früherer Türrahmen mit abgekantetem Profil versetzt, als der ursprüng­lich nach Westen geöffnete Arkadenbogen des Unterbaues wegen dem neuen Tonnengewölbe des Raumes zugemauert wurde. Die im Erdgeschoss des Nordwestpalastes zwischen die Strebepfeiler des Nordostpa­lastes gebauten Kammertüren wurden auch aus solchen, früheren Rahmensteinen gefertigt. Wo es not­wendig war, wurden die Steine verstümmelt, neue Angeln, Verschlüsse eingemeisselt. Es gibt zwar an den Treppenhaustüren keine Spuren von solchen Umgestaltungen, wir können aber doch nicht ausschlies­sen, dass auch sie umgesetzt wurden. Dennoch ist das frühere Vorhandensein des Treppenhauses zu be­weisen. In der Mitte der unter dem Treppenabsatz liegenden Kammer kam eine Ost-West gerichtete Quer­wand zutage. Diese Wand kann nicht dem vor dem Bau des Treppenhauses hier vorhandenen Raum angehört haben, denn eben wegen dieser Wand wurde die in der östlichen Mauer des Raumes gebrochene Nische mit Steinrahmen zugemauert. Diese Wand wurde dann im Laufe des Treppenbaues der dritten Pe­riode bis an das Niveau des heutigen Gehwegs abgerissen. Offensichtlich wurde diese Wand als Stütze der im Laufe der Planänderung der zweiten Periode angebauten Treppe aufgeführt (von der Untersuchung blieben Aufnahmezeichnungen und von den Mauern und Schichten, die in der Zeitspanne von 3 bis 10.05.1955 im Treppenhaus freigelegt wurden, die Aufzeichnung von Miklós Héjj erhalten). 95. Im Laufe des Wasserleitungbaues wurde der untere Rahmenstein einer Wandnische durchgebrochen. 96. Während der Ausgrabungen im Jahre 1987 konnten wir beobachten, dass die Bauschicht des Mauerblocks unmittelbar auf der Bauschicht des Strebepfeilers liegt, kein Gehniveau war zwischen den beiden vor­handen. 97. Das Gebäude vor dem grossen Keller kann etwas früher datiert werden, in die Mauern wurden nämlich an einer Seite gebrannte - also schon gebrauchte - Hypocaustum-Deckplatten, ferner eine Kaminkonsole von gleichem Profil, wie der in der zweiten Periode des Palastes gefertigten Kamine als Werksteine einge­baut. Anhand dessen bedeutete der Erkerbau die Bereicherung des schon in Gebrauch genommenen Pala­stes, und es wurde wahrscheinlich zur gleichen Zeit mit der Umgestaltung des Heizungssystems des Pala­stes durchgeführt, während deren wahrscheinlich mehrere Exemplare des Sigismund-zeidichen Kachelofens Typ II. , worauf uns die Kachelnfunde folgern lassen, in den Räumen des Palastes aufgestellt wurden. Dieser Ofentyp kann aufgrund der Drachenorden-Abzeichen nach dem Jahre 1408 angefertigt worden sein. Der Stil der Steinmetzarbeiten des Erkers - vgl. die Sitznischen des Unterbaues mit Seg­mentbogen -, sowie der dazu als Material verwendete Süsswasser-Kalkstein können eindeutig mit den Bauten der Budaer Burg von den 1410-er Jahren in Verbindung gebracht werden. Diese Argumente spre­chen dafür, dass der Visegráder Erker auch in die 1410-er Jahre datiert werden soll. 98. Auf dem Niveau des Nebenaltarpodiums wurde ein behauener, innerer Eckstein gesetzt. Solcher Stein blieb auch in der südwestlichen Ecke der Sakristei, in der Bodenhöhe erhalten.

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