Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
99. Da die Seitenplatten der Sockel den Nasenplatten der Pilasterschafte folgen, und die etwa der Richtung der Rippen entsprechen, können wir den Pilas te rsockel nicht in die südlichen Ecken des Chores setzen, die Diagonalrippen liefen ja hier den erhaltengebliebenen Pi lastersteinen des Chorpolygons nach aus der Winkelhalbierenden ab, dementsprechend müssen sie auch in der südlichen Ecke aus der Winkelhalbierenden abgelaufen sein, nicht so, wie in dem Schiff, wo sie mit den längsseitigen Wänden einen Winkel von mehr als 60 Grad schliessen. Wir kennen die Grundrissangaben von jedem Pilaster des Schiffes, infolgedessen sind wir sicher darin, dass dieser nicht unter ihnen war. 100. Im Laufe der Ausgrabungen im Jahre 1987 kam ein abgehauenes Stabglied aus der Auffüllung der Kapellenterrasse der dritten Periode zum Vorschein. Es kann vermuüich dem Tor angehört haben, und während dessen Umgestaltung kam in die Erde. 101. Darauf können wir nur aus der Grösse der Ziegel und dem Mörtel folgern, weü solche in anderen Palastteilen mit Sicherheit in die dritte Periode datiert werden können, im Gegensatz zu den während der zweiten Periode gebrauchten, viel kleineren Ziegeln und dem stark kieseligen Mörtel. 102. Auf den Fundort deutet nur das hin, dass er auch heutzutage vor der Fassade liegt. Es ist unwahrscheinlich, dass er aus dem Sockel der Strebepfeiler stammt, die originalen Sockelsteine deren sind ja auch heute noch ohne Ausnahme an ihrer originalen Steile. Von dem grösstenteils noch nicht freigelegten süd-wesüichen EckstrebepfeUer können wir es nicht behaupten, dessen aufgehende Wand steht doch auch hoch. So können höchstens die mit Profil versehenen Teüe der Sockelsteine fehlen, die in der Wand steckenden Teile müssen heute noch drin sein, der ganze, in der Wand befindliche TeU des fraglichen Gesimsstückes ist aber intakt vorhanden. 103. Ausgrabungsbericht, 1949, MKMA. 104. Foto aus dem Ausgrabungstagebuch 1949, MKMA Foto 608. 105. Mit der Breite von 71-72 cm der ArkadenpfeUer der zweiten Periode stimmt die Mauerbreite des Laubenganges der dritten Periode genau überein. 106. Alfréd Bardon hielt einige Steine von gleicher Breite wie der PfeUertambouren, aber von abweichendem Profil für den Deckstein der vermuteten Brüstung. Diese Hypothese ist aber wegen dem abweichenden Profil, das an den unteren Teüen der Pfeüer sehr widerwärtige Überschneidungen ergeben hätte, zweifelhaft, dieses Problem konnte Bardon auch nicht beruhigend lösen: Bardon 1961. 22. 107. Alfréd Bardon nahm noch sechs Bogenstücke auf, heute sind nur noch drei vorhanden. Seiner Bestimmung nach war der Krümmungsradius annähernd 210 cm. Es gab auch damals keinen Schlussstein mehr, er traf aber zwei solche Bogensteine, wo eine der Verbindungsflächen nicht radiusgerichtet war, sondern viel steUer. Daraus folgerte er darauf, dass die Arkaden ohne Schlussstein gebaut wurden, die letzgenannten Elemente bildeten die oberen Steine der Bögen, und in der Mittelachse steckte eine Verbindungsfuge. So rekonstruierte er eine Bogenweite von 278 cm (Bardon 1961. 27-28.), während auch eine Bogenweite von cca. 168 cm neben dem Krümmungsradius von 155 cm eines der auch heute vorhandenen Steine auch rekonstruiert werden kann. Die Rekonstruktion von Bardon ist umso mehr wahrscheinlich, weU das Brunnenhau stund: ent in ein< xilche, von der südlichen Hofmauer ablaufende Pfeüerverteüung genau einpassen würu. Aufgrund des Steines von kleinerem Krümmungradius kann ein Arkadenjoch abweichend ausgestattet gewesen sein. Die von Ernő Szakái in den Zeichnungen publizierte Arkadenrekonstruktion (Szakái 1969. Abb. 208.) ist in keiner Hinsicht korrekt. Der am südlichen Ende in L-Form einbiegende Grundriss entstand offenbar aus Missverständnis der Reste der im Südflügel des Laubenganges zutage gekommenen, früheren Terrassenstrebemauer, die Pfeüerabstände sind vollkommen unbegründet. FaUs die Schlussfolgerungen von Bardon richtig sind, muss auch die Rekonstruktion der Rückseite des achteckigen Brunnenhauses von Ernő Szakái bezweifelt werden, die Verdickung der Arkadenmauer musste sich nämlich in diesem Falle auf die ganze Breite des Brunnens ausbreiten, und in der Mauer muss vermuüich nicht eine mitdere, sondern lieber zwei äussere Türen gewesen sein. 108. Szakái 1969. 123.; Abb. 247. 109. Das Gesimsprofil bestand aus zwei Teüen. Über dem die Brüstung tragenden „Konsolengesims" läuft noch ein kleines Gesimsprofil. Dieses obere Glied akzeptierte auch den Mauerflächenwechsel der Arkade nicht, und hatte das Brunnenhaus auch umgefasst, es bildete sein Abschlussgesims. 110. Das an Stelle des grossen Kellers befindliche, frühere Gebäude mit Balkendecke wurde im Laufe der Bauten der zweiten Periode abgerissen. Da von andersartiger, sich auf das ganze Territorium des Südflügels erstreckender Decke keine Spur ist, müssen wir das Tonnengewölbe des Kellers unbedingt auf die Zeitspanne des Baues des Südflügels datieren.