Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Künstler sind. Die Loggia lässt sich aber von dem Ganzen der Steinmetz Werkstatt nicht so scharf abgrenzen. Ihre Steinmetzen waren mit dem italienischen Formreichtum eng verknüpft, wenn auch ihre Bauglieder manchmal zu grob sind, was auch dem Material anzurechnen ist, sie sind aber nicht unregelmässig. Die Stein­metzen vermochten sogar die italienischen Vorbilder auch logisch weiterzuentwickeln: im Visegráder Prunk­hof wurde das alte Motiv der den Innenhof an allen vier Seiten umgebenen Loggia mit dem ganz modernen Motiv dem Balustradegeländer zum ersten Mal zusammen verwendet. Dieser bahnbrechender Versuch der Baumeister verursacht uns eben Probleme in der genauen Rekonstruktion der Balustradenkonstruktion, wir verfügen ja über keine zuverlässigen Analogien. In Visegrád können die letzgenannten Meister mit den im spätgotischen Stil arbeitenden Steinmetzen in einer gemeinsamen Werkstatt gearbeitet haben. Auf die enge Verbindung der zwei Steinmetzgruppen weisen einige seltsame hybride Formen hin. Zum Beispiel das drei­gliedrige Gesims der Loggia (Abb. 272, 306/b) oder die attische Basis der vermuüich aus dem Löwenhof stammenden Säulensockel (Abb. 266, 302/b), die der Meister - von seiner spätgotischen Formansicht ausge­hend - in eine Pyramiede gehauen hatte. 3. DATIERUNG DER DRITTEN BAUPERIODE Die dritte Bauperiode kann aufgrund von Inschriften und einer konkreten schriftlichen Quelle bezüglich des Palastbaues ziemlich genau dauert werden. Die früheste Bauangabe ist die Jahreszahl 1479, auf den Keller­türrahmen des nördlichen äusseren Gartens. 199 (Abb. 76, 134/a, 259) Das Datum kann aber noch nicht direkt auf den Umbau des Nordostpalastes und der Kapelle bezogen werden. Das wird durch die Jahreszahl 1484 da­tiert, die in den Schlußstein eines der Wandbögen des Laubenganges gemeisselt wurde. (Abb. 134/b, 401) Die Gleichzeitigkeit des Laubengangbaues und der Kapellenumgestaltung beweisen die in die Strebemauer der Kapellenterrasse gemauerten, zur Zeit des Prunkhofumbaues ausgebrochenen Steinmetzarbeiten aus dem 14. Jahrhundert. (Abb. 60) In der Zeitspanne von 1525 bis 1526 hatte ein Beamter, namens Mihály Császár, eine Aufzeichnung ge­schrieben, in der er János Bornemissza, den ehemaligen Budaer Burgpfleger kritisierte. Er nannte hier die Zeit der Provisoriat von Balázs Ráskai als Beispiel, erwähnend, dass Ráskai neben seinen sonstigen Aufgaben, eine königliche Kurie in der Stadt Visegrád erbauen liess. 200 Ráskai bekleidete von dem 13. Juni 1484 bis den 23. Mai 1492 das Amt des Budaer Provisors. 201 Der Text bringt auch eine Anekdote, die aller Wahrschein­lichkeit nach selbst von Ráskai stammt, und deren Angaben András Kubinyi, der die Quelle zum letzten Mal veröffenüichte, als authentisch erachtet. 202 Die für uns wertvollste Information der Aufzeichnung ist, dass wir erfahren, der Neubau des Visegráder Palastes von der Budaer Provisorat organisiert worden war. Der Visegráder Königspalast und die damit ver­bundene königliche Unterburg büdeten in der ersten Hälfte der Regierung von König Matthias (1458-1490) selbständige Provisorate. 1461 war der Visegráder Provisor der Schatzmeister der Königin, es deutet darauf hin, dass das Gut damals sogar aus der Hand des Königs hinausgelangte. Ab 1476 bekleidete aber schon Bene­dek Piber, der Budaer Provisor auch das Amt des Visegráder Vogtes. Ab 1481, als Bálint Tankházi das Amt des Budaer Burgpfleger angetreten hatte, wurde Visegrád auch institutionell diesem Amt angeschlossen. 203 Der Nachfolger von Tankházi wurde Ráskai. Die Angliederung des Visegráder Palastes der Budaer Provisorat scheint im engen Zusammenhang mit dem Beginn des Baues in Visegrád zu sein: das Einkommen des Palastes war zu gering, um daraus einen Bau von solcher Dimension finanzieren zu können, das beträchtliche Einkom­men des Budaer Burgpflegeramtes ermöglichte es aber. 204 4. DIE KÜNSTLERISCHEN ZUSAMMENHÄNGE DER STEINMETZARBEITEN DER DRITTEN BAUPERIODE In Kenntnis dieser Tatsachen ist es nicht verwunderlich, dass man auf der Visegráder Werkstatt naheste­hende Steinmetzarbeiten sogar an einigen solchen Orten stossen kann, wo wir die Mitwirkung der Budaer Pro­visorat vermuten können. An dem Umbau der Burg von Tata vermutlich in den Jahren um 1480 sollten auch in Visegrád arbeitende Steinmetzen tätig gewesen sein: neben der allgemeinen Verwandtschaft der Formen tre­ten solche Übereinstimmungen auch in Details an diesen zwei Gebäuden auf, wie zum Beispiel eine bis in die Einzelheiten vorhandene Gleichheit des Sockeltambours eines ziemlich eigenartig ausgebildeten Fensterrah-

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