Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

mens in Tata, sowie an einem Fensterrahmen in dem Visegráder Prunkhof. (Abb. 342) Tata stand zu dieser Zeit unter Aufsicht der Budaer Provisorat. 205 Ein dem in Visegrád befindlichen ähnlicher Kamin stand da­mals im grossen Saal des Schlosses von Zsámbék. 206 (Abb. 135) 1518 besass die Budaer Provisorat auch Zsámbék, 207 und wir haben Gründe anzunehmen, dass dieses Gut auch um 1480 ihr angehört hatte. 208 Auch in Buda taucht ein mit denen in Visegrád übereistimmendes Fenster in dem veröffentlichten Material auf. 209 (Abb. 136) Die Budaer Provisorat spielte an dem Palastbau in Buda keine grosse Rolle, sie organisierte aber dort doch kleinere Arbeiten. 210 Es ist Tatsache, dass die führende Rolle an dem Budaer Palastbau von König Matthias (1458-1490) einer vielleicht als moderner zu bezeichnende, in erster Linie über nördliche, schlesi­sche Verbindungen verfügenden Werkstatt zufiel, die die tiefgegliederten Profile, die scharf gravierten Bau­glieder, die an Profildurchschneidungen reiche, harte Formgestaltung in Vordergrund stellte. 211 Im Gegenteil dazu ist die Auffassung der Gestaltung in der Visegráder Werkstatt viel zarter, hier dominieren die Birn- und Rundstabglieder von verhältnismässig grösserem Durchmesser, die Steinmetzen vermieden die mehrfachen Profildurchschneidungen: sie durchbrachen nie den Spiegel der Sturzstütze, oder bauten die Profilschichten der Öffnungrahmen so auf, damit sie sich möglichst nicht überschneiden. Das stellt aber keine Vereinfachung dar, wie es die reich gegliederten Konsolen im Laubengang zeigen. Zoltán Nagy erkannte die nächsten Paralle­len dieser Konsolen an der Hunyadi-Loggia in Hunadeora (Eisenmarkt, ungarisch Vajdahunyad, heute in Ru­mänien). 212 Die Varianten der aus dem Palast bekannten Kreuzstockfenster mit Birnstabglied sind mit gleichem Profil in dem Bischofspalast zu Eger (Erlau) bekannt, 213 das Kapitell der achteckigen Säulen im zweiten Stock stimmt mit den Kapitelin der Wandpfeiler in der Hl-Anna-Kapelle von Székesfehérvár (Stuhlweissenburg) überein. 214 Unter den Analogien ist die mit zwei vierteiligen Fenstern gestaltete Fassade des Erkers in der Bi­schofsburg zu Győr (Raab) (Abb. 137), die leider bisher noch unveröffentlicht ist, zu nennen, die der Erkerfen­stergruppe, die sich an der Westfassade des Nordostpalastes in Visegrád befunden hatte, sehr nahe steht, und noch dazu weist auch das Profil der Győrer Fenster mit den Fenstern in dem Visegráder Prunkhof gewisse Ver­wandtschaft auf. 215 Die Budaer Provisorat beauftragte anscheinend mit Vorliebe eine Gruppe von Steinmetzen, die in erster Linie im mittleren Gebiet des Landes wirkten. Sie sollen den Kern der Visegréder Werkstatt gebildet haben. Es geht hier um den Bau von solcher Dimension, der die Meister auch von anderen Orten anreizte: es erschei­nen sowohl im Renaissance-Stil arbeitenden Steinmetzen, als auch der anderen, der ,,schlesischen" Richtung der Spätgotik angehörenden Meister. Der grosse Fensterrahmen, dessen fragmentarisch erhaltengebliebenes Profils sowohl in der Struktur als auch in Details von den sonstigen Stücken des Materials im Palast grundsätz­lich abweicht, kann eventuell mit der Westfassade in Zusammenhang gebracht werden. (Abb. 289, 368-369) Das hohle, mit Halbbirnstab gegliederte Gewände, das mit Kanten und schmalen Stäben überfüllte Teilungs­profil deuten ausgesprochen auf die härtere Stilrichtung hin. Dieses Fenster ist nicht das einzige Visegráder Denkmal dieses Stils: das dreiteilige Profil eines der Blendmasswerke des die Donau-Fassade des Nordwest­Palastes schmückenden Balkons entspricht dem mittleren Teil des Teilungsprofils von dem vorherigen Fen­ster. 216 Das kantige Profil der von der Westfassade des Nordostpalastes stammenden zwei Fenster (Abb. 242), sowie das Profil der Sockeltambouren dieser Fenster, das von dem Profil der im Prunkhof befindlichen Fen­ster (Abb. 246,288) abweicht, zeugt auf einen anders geschulten Meister hin, obwohl die Profilstruktur in die­sen Fällen dem der Fenster im Prunkhof entspricht. Es ist zu bedenken, ob es nicht nötig wäre, das Laubengangsgewölbe als Werk der direkt für Gewölbebau spezialisierten, selbständigen Gruppe zu betrachten, bis wir nämlich an den sonstigen Steinmetzarbeiten überhaupt kein Meisterzeichen und nur in manchen Fällen Stosszeichen antrafen, sind die Laubengangsrippen voll von beiden Arten der Steinmetzzeichen (Abb. 132-133), es deutet allerdings auf verschiedenartige Praxis hin. 217 Einige von den im Palast arbeitenden Steinmetzen waren schon vor dem Schluss des Baues bei den Arbei­ten der Hochburg tätig. Die hier befindlichen Türrahmen, die graphisches und Birnstabprofil aufweisenden Kreuzstockfenster 218 (Abb. 138), ein Armstützekragstein sind gute Parallele der ähnlichen Bauglieder des Pa­lastes. Das Profil der zwei noch von Imre Henszlmann in der Burg gefundenen, mit Wappen Beatrix und Matt­hias verzierten Schlußsteine, 219 sowie der ihnen angehörenden Rippen 220 stimmen mit dem Rippenprofil des grossen Saales im westlichen Palastflügel (Abb. 330/a) überein.

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