Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

entspricht der Mauerstärke der Kapelle, das aber, dass diese Steine gleichzeitig mit dem Bau der Kapelle hier doch als Bausteine verwendet waren, ist damit zu erklären, dass jedes Stück beschädigt, zerbrochen einge­mauert wurde. Ebendahin wurde ein mächtiger Pfeilerschichtstein mit Halbbirnstabprofil (Abb. 58, 149), und ein Bruchstück ein ähnlichen Steins eingemauert. Deshalb haben wir manchen Grund anzunehmen, dass die­se Steine ursprünglich für die Kapelle angefertigt waren, und zwar nur für die Triumphbogenpfeiler. Aus dem wesüichen Kapellentor kamen nur Bruchstücke einiger Stabglieder und Birnstäbe zum Vorschein, nicht ein­mal sie können aber im Material des Lapidariums identifiziert werden. 100 In der Umgebung der Kapelle traf man einen Kämpferstein eines mit der Wandfläche spitzen Winkel ein­schliessenden Gurtbogens. (Abb. 150) Dieser Winkel entspricht dem in der südwestlichen Ecke der Sakristei feststellbaren spitzen Winkel, so lässt sich vermuten, dass dieser Gurtbogen zur Arkadenöffnung des im obe­ren Geschoss der Sakristei befindlichen Oratoriums gehören sollte. Aufgrund der oberen Anpassungsfläche des Kämpfersteines kann der Krümmungsradius bestimmt werden, dessen kleiner Mass davon zeugt, dass die Oratoriumsöffnung nicht aus einer grossen, sondern lieber aus zwei kleinen Arkaden bestand. Zum Oratori­um gehörte das an der Südseite der Sakristei zutage gekommene Fenstermasswerk (Abb. 151) Das daraus re­konstruierbare, zweigeteilte Fenster weist über den Spitzbögen mit Nase einen mit der Spitze nach oben ge­stellten, mit Nasenverzierung versehenen Bogendreieck auf. An der Sakristei, deren Mauern auch heute noch hoch emporragen, ist von solchem Fenster keine Spur da, sie erhielt nur durch ein enges Schlitzfenster Be­leuchtung, es ist also höchstwahrscheinlich, dass dieses Masswerk aus dem Oratoriumfenster stammt. (Es darf aber nicht ausgeschlossen werden, dass es in der dritten Periode angefertigt war.) 3. DER NORDOSTPALAST Aus dem Oratorium der Kapelle führte nach Norden eine Brücke in den oberen Hof. (Abb. 84) Im Laufe der Ausgrabungen kamen nur die unteren Steinschichten des nördlichen Pfeilers der Brücke zum Vorschein. Ahnlicher, aber breitere Brücke band den oberen Hof mit dem Geschoss des östlichen Flügels des Nordostpa­lastes zusammen. Zwischen den zwei Brücken verlief ein Säulengang an der westlichen Stützmauer des Hofes entlang. (Abb. 160) Die auch von uns freigelegten Säulenfundamente stammen wohl wahrscheinlich aus der Zeit der dritten Periode 101 (Abb. 8), wir haben aber guten Grund anzunehmen, dass sie schon in der zweiten Bauperiode ähnliche Vorgänger hatten. Im Gange der Forschungen von Schulek kamen nämlich Pfeileresteine einer Sitznischenreihe von der Kapellenterrasse und dem Badehof zutage. (Abb. 160) Unter den Schichtstei­ntn gab es solche, aufgrund deren die Sitznischenreihe in einer 90 gradigen inneren Ecke eingebogen sein soll, und solche äusseren Pfeilersteine, wonach festzustellen ist, dass die Reihe bis an eine Mauerecke, die im stumpfen Winkel gebrochen war, verlaufen sein soll. Aufgrund dessen können wir uns die Sitznischen an der zwischen den zwei Brücken fortlaufende Mauer des oberen Hofes vorstellen. (Abb. 159, 317) Die Steine ähnli­cher, aber kleinerer Sitznischen mit Spitzbögen und Nasenabschluss traf Schulek im Verlauf der Ausgrabun­gen des südlichen Palastflügels. (Abb. 34) Es lässt sich vermuten, dass diese Sitznischenreihe den von der Ka­pellenterrasse auf das obere Geschoss des Palastes führenden Eingangskorridor verzierte, auf gleiche Weise, wie den im Erdgeschoss liegenden Eingangskorridor des Prunkhofes. Die viel einfacheren Detailsformen der letzteren und der mit ihr der Grösse und der Profilierung nach vollkommen übereinstimmenden Sitznischen­reihe des Prukhofes im Vergleich mit der der oberen Geschosse kann man aller Wahrscheinlichkeit nach mit der weniger vornehmen Stelle begründen. Ein Exemplar dieses einfachen Sitznischentyps kann es in irgendei­nem anderen Palasttrakt gegeben haben, wie es die Fragmente im Lapidarium beweisen. Die Strebepfeiler der wesüichen Fassede des Nordostpalastes werden durch ein mit dem der Kapelle voll­kommen übereinstimmenden Sockelgesims umgeben (Abb. 219), mit Ausnahme des Nr. I. , dessen Sockel ein­fache Abkragung aufweist. Dieser Strebepfeiler war schon ursprünglich in das Innere des Gebäudes geplant, der Nordwestpalast, in dessen Raum dieser Strebepfeüer einschneidet, hatte auch schon dem ersten Plan ge­mäss mit dem Nordostpalast eine organische Einheit gebildet, wie es die mit der südlichen Fassadenwand des Nordwestpalastes zu gleicher Zeit errichtete und zugleich sich in die wesüiche Fassadenwand des Nordwest­palastes organisch fügende Wendeltreppe beweist. (Abb. 9) In der Höhe des Gehniveaus des ersten Geschosses traten die äusseren Mauerflächen des Nordostpalastes um 20 cm zurück. Dieser Höhenunterschied wurde durch ein Gesims überbrückt. Dieses Gesims trat am öst­lichen Ende der Südfassade des Palastes, auf dem Niveau der Kapellenterrasse als Sockel auf, dessen Steine mit abgemeisseltem Profil auch heutzutage erhaltengeblieben sind. Die Profiltiefe und die Schichtenhöhe des Gesimses stimmt mit der des Strebepfeilersockels der Kapelle, sowie der wesüichen Fassade überein, oben

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