Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

drein kam auch ein Stein mit solchem Profil während der Freilegungen der westlichen Palast fassade aus dem Schutt zutage 102 , so können wir annehmen, dass sich die Form des Sockelprofils in der Höhe des ersten Ge­schosses wiederholt hatte. Aufgrund der oben geschilderten Baugeschichte lässt sich vermuten, dass der Ost-, West- und Südflügel in dieser Periode nur einstöckig war, und die Niveauerhöhung, die im Laufe der Planänderungen während des Baues erfolgte, nur den östlichen Flügel des Nordostpalastes betraf. Diese Annahme wird auch durch das Ab­ortsystem des Palastes bekräftigt. Aus dem kelinen Felsenhof vor der nördlichen Fassade des Ostflügels kamen nämlich zwei grosse Balkonkonsole zum Vorschein. (Abb. 203-204) An diesem hinter dem Abortturm liegen­den, verborgenen Ort kann man kaum auf etwas anderes denken, als auf einen Abort-Balkon. Diese Hypothe­se wird auch durch das Fundmaterial der Einfüllung im kleinen Felsenhof bestätigt. Unter der die dritte Perio­de vorangehenden Zerstörungsschicht hervor kamen nämlich dicke, Küchen- und sonstigen Abfall enthaltene Schichten zutage, das heisst typisches Fundmaterial der Senkgruben. 103 Wenn es aber hier, am nördlichen Ende des Ostflügels, in der unmittelbaren Nähe des Abortturms des Gebäudes ein alleinstehender Abort exi­stierte, soll man dann einen notgedrungenen Grund gehabt haben, namenüich, dass die Räumlichkeiten des zweiten Geschosses nur im Ostflügel verliefen, so konnte man von hier an den Abortturm am Nordflügel nicht herankommen. Zur Zeit der dritten Periode, als auch das zweite Geschoss des Nordflügels gebaut worden war, wurde der untergegangene Abortbalkon des Ostflügels nicht mehr durch einen neuen ersetzt, und der früher als Senkgrube gebrauchte, kleine Felsenhof wurde mit Gebäudenschutt ganz bis auf das Niveau des Gehnive­aus des ersten Geschosses aufgefüllt. Das erste Geschoss konnte mit dem zweiten durch das oben erwähnte Treppenhaus des Ostflügels, das Ni­veau des Prunkhofes mit dem ersten Geschoss durch eine aus der südwesüichen Ecke des Prunkhofes führen­de Wendeltreppe verbunden werden. Die Wendeltreppe hatte bis an den grossen Keller hinunter geführt, die­ser untere Abschnitt blieb auch erhalten, der auf das erste Geschoss hinaufführende TeU war aber in der dritten Periode abgerissen worden, so konnte eine Andesittuff-Wendeltreppenstufe in das Fundament des Herkules­Brunnens hineingebaut werden. 104 (Abb. 53) Ein Arkadengang hatte zu diese Zeit nur die östliche Hälfte des Prunkhofes eingenommen. Sein Funda­ment wurde aber noch nicht freigelegt. Der Ostflügel des Laubenganges der dritten Periode war enger, als die anderen (Abb. 9), diese Unregelmässigkeit soll wohl der Verbrauch des früheren Arkandenfundaments verur­sacht haben. 105 Unmittelbar an diese späte Laubengangsmauer passt auch das Fundament des achteckigen Prunkbrunnens der zweiten Periode an. Die Steine dieser früheren Arkadenreihe wurden zur Zeit der dritten Periode in das Parapet des Laubengangs (Abb. 56) und in das Fundament des Herkules-Brunnens sekundär eingebaut. Aufgrund der Steine können achteckige Pfeiler und diese ohne Kämpferstein miteinander verbin­dende Arkaden rekonstruiert werden. (Abb. 195-196) WeU das Fundament nicht erschlossen ist, können wir nicht entscheiden, ob es zwischen den Pfeilern eine Parapetmauer gegeben hat. 106 Aus diesem Grund können wir vorläufig das System der Pfeiler nicht authentisch rekonstruieren. 107 Die Arkade steht mit dem Prunk­brunnen in engster Verbindung, wie es der in Ernő Szakáls Brunnenrekonstruktion verwendete Schichtstein zeigt. 108 Den Arkandengang war mit einer Holzdecke bedeckt, deren einzige Konsole in der nordösüichen Ecke des Hofes erhalten blieb. (Abb. 28) Die Rekonstruktion des Obergeschosses des Arkadenganges bedeutet ein schwieriges Problem, weil es nicht einmal Ernő Szakái gelang, die Abdeckung des Brunnenhauses überzeu­gend rekonstruieren. Zwei Bruchstücke eines herausragenden Gesimses kamen aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Nähe des Prunkhofes zutage, die Zapfen auf einem von denen deuten darauf hin, dass es ein Parapet getragen hatte. (Abb. 206) Wenn die Arkade im Erdgeschoss durch dieses Gesims abgeschlossen war, ist der Vorsprung der Arkadenmauerfläche hinter dem Brunnenhaus - die ansonsten unbegründet ist - erklärbar: die­se Mauerflächenänderung kann die untere Profilreihe des Gesimses getragen haben. 109 Von den Deckenkonstruktionen des Palastes zeugt nur die in dem östlichen Raum des Nordflügels in situ erhaltengebliebene, einst Holzgebäck tragende Konsole. (Abb. 30, 328) Im Gebäude gab es auch gewölbte Räume, hier meine ich nicht nur das steinerne Tonnengewölbe des südlichen grossen Kellers. 110 In der Umge­bung des Nordostpalastes sollen die zwei aus je zwei Schichtsteinen bestehenden Gewölbenkonsolen zutage gekommen sein (Abb. 202, 326), die ein halbrundiges Tonnengewölbe von 11 m Spannweite getragen hatten. So grosse Spannweite gibt es hier nur im Westflügel. Die Annahme eines Gevölbes hier erklärt gleich die mächtigen Pfeiler der Westfassade. In dem mittieren Teil dieses Palastflügels soll ein U m x 22 m grosser Saal gewesen sein 111 (Abb. 84), dessen Erdgeschoss gewölbt gewesen sein soll. In diesen Saal führte eine Treppe aus dem Empfangshof durch den Unterbau des Balkons zwischen den Pfeilern IB. und IV. Der Balkon wurde zur Zeit der dritten Periode völlig umgebaut (Abb. 249), das mit zwei­jochigen Kreuzgewölbe bedeckte Hochparterre, das die hinaufführende Treppe schützte, und deshalb vermut-

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