Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)
M. Kozák Éva: A nagygeresdi rk. templom
Die römisch-katholische Kirche von Nagygeresd Eva Kozák-Mezősi An der Verkehrsstraße am Rande des Dorfes Nagygeresd, nördlich von Sárvár (Komitat Vas) erhebt sich die zu Ehren des Hl. Stephan geweihte romanische Kirche. Der Ortsname wurde erstmals 1260 urkundlich erwähnt, während der Name der Gutsherrschaft zum erstenmal im Jahre 1270 schriftlich aufgezeichnet wurde. In den Urkunden finden sich die Ortsnamen Zsunyageresd, Kisgeresd und Jánosgeresd. Die erste Angabe über die mittelalterliche Kirche stammt aus dem Jahre 1420, wobei ein Pfarrer namens Ladislaus (László) erwähnt wird. Mit der Verbreitung der Reformation schlössen sich die Dorfbewohner vermutlich schon recht bald dem neuen Glauben an, eine diesbezügliche effektive Angabe ist jedoch erst aus dem Jahre 1630 erhalten geblieben. Viele wertvolle Angaben sind in einem Protokoll des Dekanats aus 1695 sowie in den Protokollen der Kirchenvisitationen im 18.-19.Jh. enthalten. Die Kirche besteht aus dem rechteckigen Schiff und dem halbrunden Chor; an der Westseite erhebt sich der Turm, die Sakristei ist nördlich angebaut. Die vor der Restaurierung des Baudenkmals durchgeführten archäologischen Forschungen im Jahre 1889 konnten unsere bisherigen Kenntnisse vielfach erweitern. Die Kirche wurde aus Stein, hauptsächlich aber aus Ziegel gebaut. Die gemeißelten Bauteile bestanden aus weißem Sandstein und vulkanischem Bimsstein. Im Mittelalter befand sich der Eingang an der südlichen Seite; ursprünglich in romanischem Stil gebaut, wurde er Ende des 15Jh. in gotischem Stil umgestaltet. Die plastisch ausgebildeten Steine wurden größtenteils bei späteren Umbauten abgeschabt. An der Südseite wurden drei Fenster mit Trichterfüllung erschlossen; der Abschluß war außen spitzbogenförmig, innen halbrund. Der Chor wurde im Mittelalter im Süden und Osten von je einem Fenster beleuchtet; das östliche Fenster wurde in gutem Zustand und zugemauert, das andere erheblich umgestaltet gefunden. An der westlichen Fassade wurde gleichzeitig mit der Kirche der Turm errichtet, dessen Uberreste durch die Forschungen freigelegt wurde. Der Chor wurde mit einem Gewölbe, das Schiff mit einer Plattdecke überdacht. Die Bauarbeiten im 14.-15Jh. bewirkten keine Veränderung der Baumasse, schufen aber neuere Details. Im Chor baute man ein Sedilia und eine Sakramentsnische, im Schiff eine Kanzel. Der südliche Eingang wurde umgestaltet und an der wesdichen Seite ein neuer Eingang eröffnet. Die Kirche wurde innen und außen bemalt. Der untere Teil des Triumphbogens wurde mit einer Reihe von Fresken geschmückt. Zur Zeit der Lutheraner wurden offenbar aus liturgischen Überlegungen Umgestaltungen vorgenommen. Der Orgelchor (Orgelempore) im westlichen Ende des Schiffes wurde an der Innen- und Außenfläche des Gebäudes gleichermaßen übertüncht und durch dekorative Malerei aus Motiven der Spätrenaissance ersetzt. An mehreren Stellen wurden Testteile angebracht. Die Erschließung des Wandbildmaterials erfolgte erst teilweise; eine sachliche Behandlung würde noch weitere Forschungen erfordern. Nach ihrer Zurückerwerbung durch die Lutheraner verfiel die nunmehr ka-