Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)

Leonardo Villena: A várak születése, fénykoruk és hanyatlásuk Spanyolországban

Festungen in Spanien: Entstehung - Blütezeit - Untergang Leonardo Villena (Madrid) Spanien ist nicht nur ein Land der Burgen, sondern auch der befestigten Städte, die den Burgen ähnlich mit Mauern umschlossen sind. Die Entwicklung, die von der Burg zum Schloß führte und in ganz Europa ähnlich verlief, schlug in Spanien eine andere Richtung ein. Hier bedeuten nämlich Burg und Schloß zwei verschiedene Strukturen und Baumethoden. Laut Definition der Spani­schen Königlichen Akademie ist die Burg „ein befestigter, mit Mauern, Basteien, Gräben und sonstigen Wehrbauten umgebener Bau", während das Schloß „ein Haus ist, welches Königen oder hochrangigen Persönlichkeiten als Residenz, bzw. Körperschaften als Sitz dienen", doch auch jedes beliebige Herrenhaus kann als solches betrachet werden. Der Ausdruck „castillo" (Burg) wird bis heute sowohl für mittelalterliche Festungen wie auch für Fortifikationen der al­lerjüngsten Zeit verwendet. Das heißt, die Burg hat stets etwas von ihrer ur­sprünglichen Bedeutung als Festung behalten, worunter man anfangs tatsäch­lich nur die aus militärischen Überlegungen errichteten Objekte verstand. Erst später wurde die Burg zum gelegentlichen, oft auch ständigen Wohnsitz des Königs oder der Gutsherrschaft, bzw. des in ihrem Namen verfahrenden Kastel­lans. Auf der Iberischen Halbinsel wurden „echte" Burgen zuerst von den islami­schen Truppen gebaut, die den Großteil des Landes erobert hatten, bzw. von einer Schar hispanisch-westgotischer Adeligen, die in den Norden des Landes verdrängt wurden. Infolge des jahrhundertelangen Kampfes gegen den Islam wurden lange Zeit nur mit Wohntürmen ausgestattete Burgen unter Berücksich­tigung der militärischen Prioritäten errichtet. Als aber die Possession der vom König als „Honorgut" verliehenen Burgen mit allem Zubehör hereditär wurde, erschienen im Lande die Privatkastelle der Gutsherren. Allerdings wurden nur wenige Burgen von den Adelsfamilien zum Wohnsitz umfunktioniert. Statt dessen bevorzugten sie die komfortableren Stadtpalais. Der Kern vieler spanischen Burgen ist der Wohnturm (fallweise mit einem Hof ausgeweitet), den der vor den arabischen Eroberern nach Norden fliehende hispanisch-westgotische Adel zu Dutzenden errichtete. Die ersten „wirklichen" Burgen wurden jedoch von Arabern gebaut, und zwar ohne Planken und Gräben, mit einem viereckigen oder rautenförmigen Grundriß. Die Mauern waren durch hervorspringende, viereckige Türme aufgegliedert, der Eingang war geradlinig. (Tarifa, El Vacar und Banos de la Encina). Zugleich entstanden auch dem Gelände angepaßte Burgen (Zorita, Gormaz). Im Laufe der Recon­quista errichteten auch die spanischen Ritterorden (Santiago, Calätrava, Johan­niter usw.) entlang der gerade aktuellen Grenzlinien ihre Festungen. Im Gefolge der neuen Eroberungswelle (Almoraviden, Almohaden) erschienen auf der Hal­binsel neue Befestigungsformen (fünfeckiger Turm, kurze Verbindungsmauer (Coracha) zwecks Kommunikation mit dem äußeren Turm, der Barbakan usw. Bereits in der Antike wurden auf der Iberischen Halbinsel die klassischen um­mauerten Städte gebaut, an deren Architektur auch durch die mit phönizischer und westgotischer Vermittlung hergelangten orientalischen Einwirkungen zu be-

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