Lővei Pál szerk.: Horler Miklós Hetvenedik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 4. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)

Farbaky Péter: A kassai Szent-Mihály kápolna Szatmári-féle bővítése és purista restaurálása

Die von Szatmári initierte Erweiterung und die puristische Wiederherstellung der Kaschauer (Kassa/Kosice) Michaeliskapelle Péter Farbaky Kaschau (früher Kassa in Ungarn, heute Kosice in der Slowakei) erhielt 1347 die Privilegien einer freien Königsstadt. Die selbständige Michaeliskapelle wurde im mittleren Teil der in der Achse der Stadt verlaufenden und sich zum Marktplatz hin verbreiternden Hauptstraße, südlich der Pfarrkirche St. Elisabeth im dritten Viertel des 14. Jhs. errichtet. Der unterirdische Teil der Kapelle (das Beinhaus) diente als Ossarium des Friedhofes, der sich um die Kapelle herum befand. Das Gebäude wurde erstmals im Zusammenhang mit einer Stiftung von 1428 erwähnt. Den Raum der einschiffigen Kapelle, deren Chor die drei Seiten eines Achtecks bildeten, überspannte ein Kreuzgewölbe. An seiner Westseite stand eine Empore. Im Tympanon des Spitzbogenportals an der eintürmigen Haupt­fassade befindet sich die Reliefabbildung des Stadtpatrons, des Hl. Michael mit der Seelenwaage. Am Ende des 15. Jhs. ließ die Kapelle der in Kaschau geborene György Szatmá­ri (1457-1524) erweitern, der um 1500 derjenige Geistliche war, der eine der größten kirchlichen Karrieren durchlief. Sein Onkel, Ferenc Szatmári, ein stein­reicher Kaufmann, stiftete 1477 die südliche Kapelle der Elisabethkirche, die Kapelle Maria Verkündigung (Annuntiatio). Die Kirche und die Kapelle selbst hat auch György Szatmári reichlich beschenkt. Im Treppenhaus des ehemaligen Rathauses von Kaschau befindet sich das se­kundär eingemauerte, qualitätsvolle Renaissancewappen Szatmáris, das die Jah­reszahl 1492 trägt. Wahrscheinlich stammt es aus der zur Zeit Szatmáris durchge­führten Erweiterung. Es kam 1783 im Zuge des Umbaues der Michaeliskapelle aus dem Erdboden zum Vorschein. Die weitere Geschichte der Kapelle war wechselhaft, mehrfach wechselte der Besitzer zwischen Katholiken, Reformierten und Lutheranern; unterdessen wurde auch ihre Innenausstattung ausgetauscht. Trotzdem befand sie sich bis zu ihrer Wiederherstellung 1903 in einem zum großen Teil unveränderten Zustand. Die um die Jahrhundertwende gefertigten Zeichnungen und Fotos ermögli­chen die theoreüsche Rekonstruktion der Kapelle in der von Szatmári erweiter­ten Form. Der Grundriß und der Querschnitt von Ottó Sztehlo aus dem Jahre 1903 zeigen den erweiterten Raum mit rechteckigem Grundriß an der Nordseite der alten Kapelle und die neue Sakristei an der Südseite, die ebenso zur Zeit Szatmáris entstand. Ein Foto aus der Zeit um 1900 zeigt das Außere des Gebäu­des von Norden her, die Zeichnung von Viktor Myskovsky aber von Südwesten her. Das Innere der alten Kapelle ist auf einem Foto abgebildet, das gleichfalls aus der Zeit um 1900 stammt und durch eine halbkreisförmige Öffnung in der Nordw : and Einblick in den Innenraum und auf den Altar der Erweiterung bietet. Die Empore der Erweiterung ist von einem Foto von Péter Gerecze bekannt. Die Konzeption der von Frigyes Schulek und Ottó Sztehlo im puristischen Geist vorgenommenen Wiederherstellung im Jahre 1903 ist durch die Zeichnun­gen bestimmt, die 1863 im Rahmen der Wiener Bauhütte entstanden. Die von Theodor Reuter signierten Zeichnungen sind keine Vermessungen, sondern

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