Műemlék-helyreállítások tegnap, ma, holnap (A 27. Egri Nyári Egyetem előadásai 1997 Eger, 1997)
Előadások - Gerhard GLASER: Der Wiederaufbau der Frauenkirche als Denkmalpflegerische Aufgabe
Restaurierung (d. h. Rekonstruktion) eines Denkmals wegen seines Symbolwertes oder zur Wiederherstellung einer unverzichtbaren städtebaulichen Situation". Eine unabdingbare Voraussetzung dazu fomuliert der Artikel 8: „Die vollständige Restaurierung von Denkmalen setzt voraus, daß eine zuverlässige Dokumentation ihres Zustandes vor der Zerstörung ausgewertet werden kann". Es war und ist selbstverständlich eine denkmalpflegerischc Aufgabe.neben der Aufarbeitung der Sicherungs- und Restaurierungspläne der 30er und 40er Jahre durch Arno Kießling alle Quellen aus der Erbaungszeit, Rechnungen und Schriftverkehr, auszuwerten. Die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege beobachteten gemeinsam mit dem betreuenden Architekturbüro Jäger während der archäologischen Enttrümmerung alles, was Werksteingcfüge, Fugenausbildung, Mörtelzusammensetzung, Ankerungen usw. betraf. Im Vergleich der Quellen mit den bauarchäologischen Beobachtungen gelingt es, ein ganz genaues Bild zu erhalten von Geschehen während der Erbauung der Kirche in den Jahren 1726-1743, aber ebenso auch von der Abfolge des Zusammensinkens des Baues am 15. Februar 1945. Archäologische Enttrümmerung als denkmalpflegerischc Aufgabe hieß nicht anderes, als jedes Werkstück dieses zusammengesunkenen und nicht zersprengten reinen Sandsteinbaues sorgfältig aufzunehmen, anzusehen, möglichst seinem ursprünglichen Standort zuzuordnen und für die Wiederverwendung oder gegebenenfalls nur als Modell für eine neues Stück auszuweisen. Die Gefahr, die Fritz Schumacher beim rekonstruktiven Wiederaufbau der 1906 abgebrannten Hamburger Hauptkirche St. Michaelis sah, ist aufgrund dieses Vorgehens an der Frauenkirche von vornherein kaum gegeben. Pathetisch warnte er: „... nicht das, was man in Zentimetern festlegen kann, gibt die Musik eines Werkes; in dies rohe Schema geheimnist erst die Hand des fühlenden Meisters den Zauber der Wirkung, wenn er das Detail in natürlichen Größe schafft. - Und wenn Ihr seine Handschrift noch so sehr zu imitieren trachtet, schon die nächste Generation wird die gefälschten Unterschriften nicht mehr honorieren. Wenn sie richting empfindet, wird sie keinen Respekt haben vor der Kope; dieser Respekt läßt sich nicht zwingen, den gibt nur der echte Hauch aus einer Zeitepoche". 1944 schrieb er angesichts der abermals zerstörten Kirche: „Ich würde heute eine historische Wiederherstellung der Michaeliskirche, den Zustand von 1906 vorausgesetzt, ohne weiteres bejahen, und zwar nicht nur im Blick auf den Turm als Heimatzeichen, sondern allein schon wegen der Gestaltung des Innenraumes". Es ist natürlich die Pflicht des Denkmalpflegers, deutlich zu machen, was Bild und was Substanz der Urgestalt ist. Das geschieht bei der Frauenkirche ganz selbstverständlich durch die Verwendung verwendbarer originaler Werkstücke, die gleichsam als „Hauch der Zeitepoche" die neue Gestalt durchwehen. Und die Oberflächenbearbeitung der neuen Steine des gleichen Materials ist im Handwerk in Sachen ungebrochen tradiert seit George Bahr bis auf den heutigen Tag. Nicht überall in Deutschland ist man in einer solch glücklichen Situation. Abgesehen davon, daß die Verwendung der originalen Steine auch die Kosten senkt, wird dadurch - indem sie nur soweit repariert werden, wie dies werksteintechnisch erforderlich ist - auch das Schicksal des Baues als Folge unrechter Gewalt anschaulich erhalten, Mahnung aufgehoben in der neuen Gestalt, die als Symbol des Aufbruches neu erwächst. Das ist eine vorrangige denkmalpflegerische Aufgabe, gebietet doch die Charta von Venedig zum Umgang mit den Denkmalen der Weltkultur im Artikel 11, die Beiträge aller Epochen zu einem Denkmal zu respektieren. Der Zusammenbrich der Kirche und ihre Rolle als Ruine stellen einen wesentlichen Abschnitt ihrer Geschichte dar. Wie weit man mit der Darstellung der Mahnung,der Anklage gehen soll, ist gerade in den letzten Wochen erneut diskutiert worden. Ich meine, eine „verwundete Frauenkirche" künstlich zu gestalten durch bildhafte Ablösung des Nordwesttreppenturmes und des Chores vom wiedererstehenden Körper, würde nicht nur dem Geist des Baues widersprechen, der gewissermaßen eine einzige Plastik darstellt, würde die Ableitung der Kräfte durch wieder homogen zueinander gefügtes Steinwerk nicht nur ernsthaft komplizieren, das würde vor allem der Nachwelt assoziieren: Sehet, das hat der Feind getan. Und gerade das wollen wir nicht. Durch das Belassen der Narben wollen wir uns ständig erinnern, aber die Wunden